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Roma Remembrance Week – english

Roma Remembrance and Solidarity is an annual seminar organised by Amaro Drom and Amaro Foro, bringing together youth workers and young people from across Europe to engage with Roma history, the genocide known as the Porajmos, and practices of memory and remembrance.

This year’s seminar took place in Berlin from 9 to 15 December and brought together 35 participants from nine countries: France, Bulgaria, Romania, North Macedonia, Serbia, Turkey, Italy, Hungary and Germany.

Over the course of one week, participants worked together in workshops, exchanging perspectives and reflecting on both the historical and present-day consequences of antigypsyism. The programme combined active, non-formal learning methods with spaces for discussion, learning and collective reflection.

This year, we cooperated with KogA, a partner organisation from the „Kooperationsverbund gegen Antiziganismus“ (Cooperation Network against Antigypsyism). KogA brings long-standing experience, particularly in the field of remembrance work and memorial education. Throughout the seminar, KogA supported the participants in engaging with cultures of remembrance and prepared them methodologically for the memorial site visit.

Participants spent a full day at the Ravensbrück Memorial, taking part in a guided educational tour. They walked the grounds of the former concentration camp and engaged with its history, with a particular focus on the persecution of Roma and Sinti in Ravensbrück. Special attention was given to Roma survivors such as Ceija Stojka and Wanda Fischer, as well as to forms of resistance by Roma and Sinti prisoners within the camp.

The seminar concluded with a youth-led commemoration at the Memorial to the Sinti and Roma of Europe Murdered under National Socialism, which was conceptualised and organised by the participants themselves.

This year’s remembrance seminar again brought young people together and strenghened intercultural and international exchange. At the same time, it placed the history of Roma and Sinti and the remembrance of the Porajmos at the centre of its work, addressing a dimension of Second World War remembrance that continues to receive far too little attention.

 

Roma Remembrance Week – deutsch

„Roma Remembrance and Solidarity“ ist ein jährlich stattfindendes Seminar von Amaro Drom und Amaro Foro, das Jugendleiter:innen und junge Menschen aus ganz Europa zusammenbringt, um sich mit der Geschichte der Roma, dem Völkermord, der Porajmos genannt wird, sowie mit Fragen von Erinnerung und Gedenken auseinanderzusetzen.

Das diesjährige Seminar fand vom 9. bis 15. Dezember in Berlin statt und brachte 35 Teilnehmende aus neun Ländern zusammen: Frankreich, Bulgarien, Rumänien, Nordmazedonien, Serbien, der Türkei, Italien, Ungarn und Deutschland.

Über eine Woche hinweg arbeiteten die Teilnehmenden in Workshops zusammen, tauschten Perspektiven aus und reflektierten sowohl die historischen als auch die gegenwärtigen Folgen von Antiziganismus. Das Programm verband aktive Lernmethoden mit Räumen für Diskussion, gemeinsames Lernen und kollektive Reflexion.

In diesem Jahr kooperierten wir mit KogA, einer Partnerorganisation aus dem Kooperationsverbund gegen Antiziganismus. KogA verfügt über langjährige Erfahrung insbesondere im Bereich der Erinnerungs- und Gedenkstättenarbeit. Während des Seminars unterstützte KogA die Teilnehmenden dabei, sich mit Erinnerungskulturen auseinanderzusetzen und bereitete sie methodisch auf den Besuch der Gedenkstätte vor.

Die Teilnehmenden verbrachten einen ganzen Tag in der Gedenkstätte Ravensbrück und nahmen dort an einer Führung teil. Sie bewegten sich über das Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers und setzten sich mit dessen Geschichte auseinander, mit einem besonderen Fokus auf der Verfolgung von Roma und Sinti in Ravensbrück. Besonderes Augenmerk lag auf Roma-Überlebenden wie Ceija Stojka und Wanda Fischer sowie auf Formen des Widerstands von Roma und Sinti innerhalb des Lagers.

Den Abschluss des Seminars bildete eine selbstorganisierte Gedenkveranstaltung am Denkmal für die im Nationalsozialismus ermordeten Roma und Sinti Europas, die von den Teilnehmenden selbst konzipiert und organisiert wurde.

Das diesjährige Seminar brachte erneut junge Menschen zusammen und stärkte den interkulturellen und internationalen Austausch. Zugleich rückte es die Geschichte von Roma und Sinti sowie die Erinnerung an den Porajmos in den Mittelpunkt seiner Arbeit – einen Teil der Erinnerung an die Verbrechen des Nationalsozialismus, der bis heute zu wenig Beachtung findet.

Vom 12. bis 14. Dezember fand unser Netzwerktreffen in Berlin statt. Vertreter:innen der Mitgliedsverbände und Jugendgruppen kamen für zwei intensive und austauschreiche Tage im Bildungsforum gegen Antiziganismus zusammen.

Im Mittelpunkt standen Berichte aus den laufenden und abgeschlossenen Projekten des Jahres 2024. Ein besonderer Fokus lag auf dem Monitoring-Projekt „Together Against Antigypsyism Online“ (TAAO). In diesem Projekt melden Jugendliche antiziganistische Inhalte auf verschiedenen Social-Media-Plattformen und machen so sichtbar, wie sehr antiziganistische Äußerungen im Netz normalisiert sind und wie häufig Plattformen nicht oder nur unzureichend reagieren.

Etwa 2 300 Beiträge wurden bereits erfasst, die meisten davon auf Facebook und TikTok. Einige der Teilnehmenden berichteten eindrücklich von ihren Erfahrungen im Monitoring: davon, wie selten gemeldete Inhalte tatsächlich gesperrt werden, aber auch davon, welche Belastung das dauerhafte Lesen und Melden antiziganistischer Beiträge mit sich bringt. Deutlich wurde der gemeinsame Wunsch nach konsequenteren Maßnahmen seitens der Social-Media-Unternehmen sowie nach mehr Raum für positive Selbstrepräsentation von Roma und Sinti.

Neben den Projektberichten bot das Netzwerktreffen Raum für Austausch und gemeinsames Weiterdenken. In mehreren Workshopphasen diskutierten die Teilnehmenden unter anderem, welche Verantwortung Zivilgesellschaft, Politik und Social-Media-Plattformen im Kampf gegen Antiziganismus tragen. Am Sonntag standen Zukunftsvisionen von und mit Jugendlichen im Fokus. Parallel dazu wurden Ideen für Social-Media-Kampagnen in den Mitgliedsverbänden entwickelt.

Ein weiterer Höhepunkt war die Vorstellung von drei neuen Jugendgruppen. Der neu gegründete Dresdner Verband Mindup stellte sich mit selbstgeschriebenen Songs vor. Drom Romano aus Potsdam arbeitet derzeit an einem eigenen Podcast-Projekt. Jireh Mission – Hoffnung und Hilfe e. V., erst in diesem Jahr gegründet, unterstützte bereits Hausbauprojekte in Rumänien. Die Vorstellungen machten die Vielfalt an Perspektiven und Arbeitsweisen sichtbar. Im Anschluss berichteten mehrere Mitgliedsverbände von ihren Highlights des vergangenen Jahres.

Den Samstagabend ließen wir gemeinsam mit den Teilnehmenden der Roma Remembrance Week bei einer Weihnachtsfeier mit Live-Musik ausklingen.

Erkennen, Benennen und Reagieren