Bildungsveranstaltung
„Widerstand von Sinti und Roma – historische Perspektiven und aktuelle Herausforderungen“
Ort: Bildungsforum gegen Antiziganismus, Aufbau Haus am Moritzplatz, Prinzenstraße 84.2, 10969 Berlin
Wann: 20. Mai 2026, 17 bis 19:30 Uhr
Rahmenbedingungen und Zielgruppe
Der 16. Mai ist ein wichtiger Gedenktag für die Sinti- und Roma-Communities, da an diesem Datum jährlich an den Widerstand von Sinti und Roma im Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau im Mai 1944 erinnert wird. Dieses historische Ereignis wird als inhaltlicher Ausgangspunkt für die vorliegende Bildungsveranstaltung genommen und in einen aktuellen gesellschaftspolitischen Kontext eingeordnet.
Die Veranstaltung richtet sich grundsätzlich an die breite Öffentlichkeit ab 18 Jahren. Thematische Vorkenntnisse oder sonstige Voraussetzungen für eine Teilnahme sind nicht erforderlich.
Ein besonderer Fokus liegt auf der Ansprache und aktiven Einbindung von jungen Roma sowie jungen Menschen aus internationalen Kontexten (insbesondere mit Bezügen zu Deutschland und der Ukraine), die ihre Perspektiven und Erfahrungen in die Veranstaltung einbringen.
Darüber hinaus werden gezielt Teilnehmende angesprochen, die für das Handlungsfeld Antiziganismus sensibilisiert werden und als Multiplikator*innen in ihren jeweiligen Arbeits- und Wirkungsfeldern agieren können.
Die Veranstaltung schafft somit einen Raum für den Austausch zwischen jungen Betroffenenperspektiven, Fachpraxis und zivilgesellschaftlichem Engagement.
Der Aufruf zur kostenfreien Veranstaltung wird über die Webseite von Amaro Drom e.V. sowie über weitere Kommunikationskanäle, insbesondere soziale Medien und Netzwerke des Vereins, verbreitet.
Die Veranstaltung findet am 20. Mai von 17:00 bis 19:30 Uhr statt und umfasst einen Input-Vortrag, eine moderierte Podiumsdiskussion sowie Raum für Austausch mit dem Publikum. Eine kurze Pause ist vorgesehen. Durch die Durchführung in den Abendstunden wird insbesondere Berufstätigen die Teilnahme erleichtert.
Die Zugänge zum Veranstaltungsort (Bildungsforum gegen Antiziganismus) sind barrierefrei.
Hinweis: Die Veranstaltung findet in englischer Sprache statt, um die Teilnahme internationaler Gäste und Perspektiven zu ermöglichen.
Ziele und Methoden der Veranstaltung
Die Veranstaltung kombiniert einen fachlichen Input mit einer moderierten Podiumsdiskussion sowie interaktiven Austauschformaten. Ziel ist es, sowohl Wissen zu vermitteln als auch Raum für Reflexion, Diskussion und Perspektivenvielfalt zu schaffen.
Die methodische Gestaltung setzt auf drei Ebenen an:
- die persönliche Ebene (Reflexion eigener Erfahrungen und Haltungen),
- die gesellschaftliche Ebene (Analyse von Diskriminierungsstrukturen),
- die Handlungsebene (Ableitung von Handlungsmöglichkeiten im eigenen Umfeld).
Im Zentrum steht die Verbindung von historischer Einordnung, persönlichen Perspektiven und aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen.
Inhalte und Methoden
- Fachlicher Input zum Widerstand von Sinti und Roma im Nationalsozialismus, insbesondere zum 16. Mai 1944, sowie grundlegende Einordnung von Antiziganismus
- Moderierte Podiumsdiskussion mit verschiedenen Perspektiven (zivilgesellschaftlich, jugendlich, international)
- Einbindung von persönlichen Erfahrungen und Betroffenenperspektiven, insbesondere von jungen Roma
- Diskussion zu unterschiedlichen Formen von Diskriminierung (individuell, institutionell, strukturell) und deren Fortwirken in der Gegenwart
- Austausch mit dem Publikum zur Reflexion von Vorurteilen, gesellschaftlichen Zuschreibungen und Machtverhältnissen
- Impulse zur Entwicklung von Handlungsmöglichkeiten im Umgang mit Antiziganismus im eigenen (Arbeits-)Kontext
Erwartete Ergebnisse
Die Teilnehmenden:
- erweitern ihr Wissen über den historischen Kontext des Widerstands von Sinti und Roma sowie über den Völkermord im Nationalsozialismus
- verstehen die Kontinuitäten von Antiziganismus und deren Auswirkungen bis in die Gegenwart
- setzen sich mit Mechanismen von Vorurteilen, Stereotypen und gesellschaftlicher Ausgrenzung auseinander
- reflektieren eigene Denkmuster und gesellschaftliche Positionierungen
- erhalten Einblicke in persönliche und internationale Perspektiven, insbesondere aus der Roma-Community
- entwickeln ein Bewusstsein für individuelle und strukturelle Handlungsmöglichkeiten gegen Diskriminierung
- werden dazu angeregt, Verantwortung im Umgang mit Vorurteilen und Ungleichbehandlung zu übernehmen
Die Veranstaltung bietet Raum für offene Diskussion, kritische Reflexion und gemeinsames Lernen.
Qualifikationen und Erfahrungen der Mitwirkenden
Die an der Veranstaltung beteiligten Referent*innen und Podiumsteilnehmenden verfügen über fundierte fachliche Kenntnisse sowie langjährige Erfahrungen in der Bildungsarbeit, politischen Bildung und im Themenfeld Antiziganismus. Sie bringen sowohl wissenschaftliche als auch praxisorientierte Perspektiven ein und sind in verschiedenen zivilgesellschaftlichen und internationalen Kontexten aktiv.
Input / Keynote:
Mustafa Jakupov (MIA – Melde- und Informationsstelle Antiziganismus)
- Expertise im Bereich Antiziganismus, Monitoring und zivilgesellschaftliche Bildungsarbeit – Wissenschaftlicher Mitarbeiter Melde- und Informationsstelle Antiziganismus
- langjährige Erfahrung in der Analyse und Einordnung von antiziganistischen Vorfällen sowie in der Vermittlung historischer und aktueller Zusammenhänge
Moderation:
Donald Myrteli (Ternype – International Roma Youth Network)
- aktiv in der internationalen Roma-Jugendarbeit
- Erfahrung in der Moderation von Dialogformaten, insbesondere zu Antiziganismus, Jugendbeteiligung und gesellschaftlicher Teilhabe
- bringt eine starke jugendpolitische und internationale Perspektive in die Veranstaltung ein
Weitere Podiumsteilnehmende:
- Vertreter*innen von Ternype sowie junge Roma aus internationalen Kontexten (u. a. mit Bezug zur Ukraine) bringen insbesondere jugendliche, zivilgesellschaftliche und internationale Perspektiven in die Diskussion ein.
Programm:
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Anmeldung bis 15.05.2026