Romane Krla fünfte Workshop - Workshop Leiten/Didaktisch

Am letzten Wochenende endete der erste Teil des Projekts Romane Krla. Vom 15. Juni bis zum 17. Juni fand das letzte Seminar aus dem Trainingsteil des Projekts statt. Bei dieser Gelegenheit haben wir die Themen Didaktik und Workshop-Führung bearbeitet. Die Teilnehmer*innen des Projekts haben mit Guillermo Ruiz von der Sozialfabrik zusammen gearbeitet, um zu planen, vorzubereiten und einen Workshop durchzuführen, der verschiedene Methoden der Rhetorik, der Aufführung und der Führung in die Praxis umsetzte. Der zweite Teil des Projekts wird fortgeführt mit der Vorbereitung der lokalen Veranstaltungen zur Geschichte, Völkermord und Erinnerung an dem Roma, die die Teilnehmer im September und Oktober in 6 verschiedenen deutschen Städten organisiert und durchgeführt werden, bald folgen mehr Infos über die lokale Aktivitäten.

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Spendenaufruf für Gzim und Ramis Berisha

Unterstütze den Bleiberechtskampf von Gzim und Ramis Berisha

Im Dezember 2015 wurden unsere Freunde Gzim (18) und Ramis Berisha (14) aus unserer Mitte gerissen. Um 5 Uhr morgens kam die Polizei und die beiden Jugendlichen wurden wenige Stunden später gemeinsam mit ihren Eltern und jüngeren Geschwistern in den Kosovo abgeschoben. Dies geschah, obwohl sie in Deutschland geboren wurden, hier zur Schule gingen, sich in der Jugendverbandsarbeit engagierten und Träume für ihre Zukunft in Deutschland hatten.

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Ankündigung Bundesjugendkonferenz 2018

Fotos © Nihad Nino Pušija, Franziska Wenzel, Marie Presecan & Amaro Drom


Die Bundesjugendkonferenz 2018

Unser zentrales Anliegen für die Bundesjugendkonferenz 2018 ist es Raum zur persönlichen Entfaltung und politischen Teilhabe der Jugendlichen zu schaffen. Dieser Raum ist keine Selbstverständlichkeit. Das verdeutlichen die Geschehnisse der letzten Wochen in Sachsen ebenso, wie die sich verschärfenden rechtspopulistischen Debatten und die zunehmende Spaltung der Gesellschaft. Die rassistischen Mobilisierungen durch organisierte Neonazis und deren Unterstützer*innen in Politik und Gesellschaft schüren eine Stimmung der Angst. Dies betrifft alle Menschen, die nicht in ihr Menschenbild passen. Besonders werden Schwarze Menschen, People of Color, Jüdinnen*Juden sowie Rom*nja und Sinti*zze in ihrem psychischen und zunehmend auch physischen Wohlergehen bedroht.

Mit unserer Bundesjugendkonferenz wollen wir ein deutliches Zeichen für ein Miteinander setzen, das durch Solidarität statt gesellschaftliche Spaltung gekennzeichnet ist. Die Bundesjugendkonferenz der Roma und Sinti (gegendert Rom*nja und Sinti*zze) ist seit jeher ein emanzipatorischer Ort. Ein Ort des Zusammenhalts und des gemeinsamen Einstehens für eine andere Gesellschaft. Diese Haltung und die damit verbundenen Politiken teilen wir mit all jenen, die sich in der Aussage “Wir sind mehr” wiederfinden. Zusammen sind wir nicht nur mehr Menschen, wir haben auch vielfältige Perspektiven und Visionen wie diese andere, solidarische Gesellschaft aussehen kann. Wir weisen über begrenzende und begrenzte Weltsichten hinaus.

Zu einem Ort des Empowerments für junge Rom*nja und Sinti*zze wird die Bundesjugendkonferenz durch gemeinsames Lernen, kreative Prozesse, die Schaffung selbstbestimmter Selbstdarstellungen und nicht zuletzt jede Menge Spaß. Dafür sorgt ein vielseitiges Workshop- und Abendprogramm. Am Sonntagabend werden jugendliche Teilnehmer*innen ihre Forderungen und mögliche Handlungsstrategien für mehr politische Teilhabe von Rom*nja und Sinti*zze mit Politiker*innen verschiedener Parteien diskutieren. Dies findet im Rahmen einer öffentlichen Podiumsdiskussion statt. Bisher haben Ulla Jelpke (Die Linke) und Susanna Kahlefeld (Bündnis 90/Die Grünen) ihre Teilnahme zugesagt. 

 

Hier geht's zum Video zur #bjk18
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Rezension "So Kheren Amenca?! Für immer Urlaub!"

von Hajdi Barz

„Why are you coming here?“ ist nicht nur die erste Frage im Stück, sie ist auch ein Damoklesschwert in Geflüchtetenbiografien. Zu Beginn dieses Theaterabends hören wir diese Frage immer wieder von der Grenzpolizei, welche, verkörpert von Roxie Thiele-Dogan, wie eine Wand roboterähnlich immer wieder dieselbe Frage stellt. Ihr gegenüber steht eine verzweifelte Person gespielt von Simonida Selimović, die offenbar versucht einzureisen. Sie antwortet immer wieder, dass sie doch nur zu ihrer Familie wolle. Nachdem sie es in verschiedenen Sprachen versucht hat und weder eine ruhige Antwort, noch eine schreiende, noch Theater oder Tanz das herzlose Grenzregime erreichen, ist die Verzweiflung vorbestimmt. So scheint es als ob es keine Antwort gäbe, die Gehör findet und dass die starr blickende, einfallslose, mächtige Grenzpolizei in den Abgelehnten nicht nur Wut und Frust produziert. Auch Kreativität, Selbstliebe und Stärke wird demonstriert. Diesem symbolisch starken Auftakt bleibt das Stück treu, in welchem das Spannungsfeld zwischen einem kalten, herzlosen Asylsystem und den vielfältigen Überlebensstrategien geflüchteter Rom*nja und ihrem Umfeld komplex thematisiert wird.

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Narrative des Widerstands von Sinti und Roma

Am 19. Mai organisierte das Amaro-Drom-Projekt Romane Krla eine Gedenkveranstaltung zum Tag des Roma-Widerstandes am 16. Mai, bei der drei Romnja aus verschiedenen Generationen ihre Lebenserfahrungen zum Thema Widerstand teilten. Éva Ádám als Vertreterin des Projekts Romane Krla gab einige Beiträge zur Notwendigkeit, unsere Geschichte und die Rolle der jungen Roma in Bezug auf Erinnerung und tatsächlichen Aktivismus wiederzuerlangen. Danach nahm Petra Rosenberg das Wort, um die Erinnerung an ihren Vater Otto Rosenberg zu teilen. Otto Rosenberg war Holocaust-Überlebender und Teilnehmer des Aufstandes vom 16. Mai in Auschwitz-Birkenau. Anschließend erzählte die Überlebende Rita Prigmore aus ihrem Leben und von den Experimenten, die Prof. Dr. Heyde an ihr und ihrer Schwester durchgeführt hatte. Sie berichtete auch von dem Kampf um Anerkennung und Entschädigung den sie nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs zusammen mit ihrer Mutter gegen die Behörden und den andauernden Antiziganismus führen musste.

Mit der Gedenkveranstaltung wurde ein Raum für intergenerationales Wissen und für Erinnerung, Anerkennung und Widerstand geschaffen. Moderiert wurde die Veranstaltung von Emran Elmazi. Die Veranstaltung wurde in Kooperation mit Dokuz Sinti und Roma und mit Unterstützung durch das Programm Migration und Erinnerungskultur der EVZ realisiert.

 

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