Bundesjugendkonferenz 2018

Fotos © Nihad Nino Pušija, Franziska Wenzel, Marie Presecan & Amaro Drom


Die Bundesjugendkonferenz 2018

Unser zentrales Anliegen für die Bundesjugendkonferenz 2018 ist es Raum zur persönlichen Entfaltung und politischen Teilhabe der Jugendlichen zu schaffen. Dieser Raum ist keine Selbstverständlichkeit. Das verdeutlichen die Geschehnisse der letzten Wochen in Sachsen ebenso, wie die sich verschärfenden rechtspopulistischen Debatten und die zunehmende Spaltung der Gesellschaft. Die rassistischen Mobilisierungen durch organisierte Neonazis und deren Unterstützer*innen in Politik und Gesellschaft schüren eine Stimmung der Angst. Dies betrifft alle Menschen, die nicht in ihr Menschenbild passen. Besonders werden Schwarze Menschen, People of Color, Jüdinnen*Juden sowie Rom*nja und Sinti*zze in ihrem psychischen und zunehmend auch physischen Wohlergehen bedroht.

Mit unserer Bundesjugendkonferenz wollen wir ein deutliches Zeichen für ein Miteinander setzen, das durch Solidarität statt gesellschaftliche Spaltung gekennzeichnet ist. Die Bundesjugendkonferenz der Roma und Sinti (gegendert Rom*nja und Sinti*zze) ist seit jeher ein emanzipatorischer Ort. Ein Ort des Zusammenhalts und des gemeinsamen Einstehens für eine andere Gesellschaft. Diese Haltung und die damit verbundenen Politiken teilen wir mit all jenen, die sich in der Aussage “Wir sind mehr” wiederfinden. Zusammen sind wir nicht nur mehr Menschen, wir haben auch vielfältige Perspektiven und Visionen wie diese andere, solidarische Gesellschaft aussehen kann. Wir weisen über begrenzende und begrenzte Weltsichten hinaus.

Zu einem Ort des Empowerments für junge Rom*nja und Sinti*zze wird die Bundesjugendkonferenz durch gemeinsames Lernen, kreative Prozesse, die Schaffung selbstbestimmter Selbstdarstellungen und nicht zuletzt jede Menge Spaß. Dafür sorgt ein vielseitiges Workshop- und Abendprogramm. Am Sonntagabend werden jugendliche Teilnehmer*innen ihre Forderungen und mögliche Handlungsstrategien für mehr politische Teilhabe von Rom*nja und Sinti*zze mit Politiker*innen verschiedener Parteien diskutieren. Dies findet im Rahmen einer öffentlichen Podiumsdiskussion statt. Bisher haben Ulla Jelpke (Die Linke) und Susanna Kahlefeld (Bündnis 90/Die Grünen) ihre Teilnahme zugesagt. 

 

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Rezension "So Kheren Amenca?! Für immer Urlaub!"

von Hajdi Barz

„Why are you coming here?“ ist nicht nur die erste Frage im Stück, sie ist auch ein Damoklesschwert in Geflüchtetenbiografien. Zu Beginn dieses Theaterabends hören wir diese Frage immer wieder von der Grenzpolizei, welche, verkörpert von Roxie Thiele-Dogan, wie eine Wand roboterähnlich immer wieder dieselbe Frage stellt. Ihr gegenüber steht eine verzweifelte Person gespielt von Simonida Selimović, die offenbar versucht einzureisen. Sie antwortet immer wieder, dass sie doch nur zu ihrer Familie wolle. Nachdem sie es in verschiedenen Sprachen versucht hat und weder eine ruhige Antwort, noch eine schreiende, noch Theater oder Tanz das herzlose Grenzregime erreichen, ist die Verzweiflung vorbestimmt. So scheint es als ob es keine Antwort gäbe, die Gehör findet und dass die starr blickende, einfallslose, mächtige Grenzpolizei in den Abgelehnten nicht nur Wut und Frust produziert. Auch Kreativität, Selbstliebe und Stärke wird demonstriert. Diesem symbolisch starken Auftakt bleibt das Stück treu, in welchem das Spannungsfeld zwischen einem kalten, herzlosen Asylsystem und den vielfältigen Überlebensstrategien geflüchteter Rom*nja und ihrem Umfeld komplex thematisiert wird.

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Narrative des Widerstands von Sinti und Roma

Am 19. Mai organisierte das Amaro-Drom-Projekt Romane Krla eine Gedenkveranstaltung zum Tag des Roma-Widerstandes am 16. Mai, bei der drei Romnja aus verschiedenen Generationen ihre Lebenserfahrungen zum Thema Widerstand teilten. Éva Ádám als Vertreterin des Projekts Romane Krla gab einige Beiträge zur Notwendigkeit, unsere Geschichte und die Rolle der jungen Roma in Bezug auf Erinnerung und tatsächlichen Aktivismus wiederzuerlangen. Danach nahm Petra Rosenberg das Wort, um die Erinnerung an ihren Vater Otto Rosenberg zu teilen. Otto Rosenberg war Holocaust-Überlebender und Teilnehmer des Aufstandes vom 16. Mai in Auschwitz-Birkenau. Anschließend erzählte die Überlebende Rita Prigmore aus ihrem Leben und von den Experimenten, die Prof. Dr. Heyde an ihr und ihrer Schwester durchgeführt hatte. Sie berichtete auch von dem Kampf um Anerkennung und Entschädigung den sie nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs zusammen mit ihrer Mutter gegen die Behörden und den andauernden Antiziganismus führen musste.

Mit der Gedenkveranstaltung wurde ein Raum für intergenerationales Wissen und für Erinnerung, Anerkennung und Widerstand geschaffen. Moderiert wurde die Veranstaltung von Emran Elmazi. Die Veranstaltung wurde in Kooperation mit Dokuz Sinti und Roma und mit Unterstützung durch das Programm Migration und Erinnerungskultur der EVZ realisiert.

 

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Vierte Romane Krla Seminar - Rassismus und Kolonialismus

Vom 27. April bis 29. April fand das vierte Romane Krla Seminar statt. Dieses Mal hatten die Teilnehmenden die Gelegenheit mit Peggy Piesche von Generation Adefra, einer Organisation Schwarzer Frauen, zu arbeiten. Das Thema des Workshops war Rassismus und Kolonialismus. Durch verschiedene Lektionen und praktische Arbeit hatten die Teilnehmer*innen die Möglichkeit zu untersuchen, wie Rassismus-Theorie und -Praktiken in der Geschichte geformt wurden, wie sie auf struktureller, sozialer und persönlicher Ebene funktionieren und wie sie das Leben von rassifizierten Gemeinschaften beeinflussen. Der zweite Teil des Workshops beschäftigte sich mit der Frage des Kolonialismus als Protagonist, einem der größten europäischen rassistischen Unternehmen, der seine Entwicklung, sein Erbe und seine Auswirkungen auf kolonisierte Gemeinschaften in der Vergangenheit, aber auch in der Gegenwart analysierte.

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Dikhen Amen Termine 2018

 
Wenn ihr Fragen zur Barrierefreiheit der Veranstaltungsorte habt, meldet euch bei uns!

WAS: Kennenlern-Treffen "Opre Romnja!"

WANN: 10.3.2018 - 11.3.2018

WO: Düsseldorf


WAS: Aufführung SO KHEREN AMENCA!? - FÜR IMMER URLAUB! im Rahmen des Romnja* Power Month

WANN: 16.3.2018 - 19:00 Uhr

WO: Alte Pumpe, Lützowstraße 42, 10785 Berlin


WAS: Treffen der Lenkungsgruppe

WANN: 16. - 18.03.2018 (Freitag bis Sonntag)

WO: DJH Jugendherberge Eschwege, Jardin-de-Saint-Mandé 1, 37269 Eschwege


WAS: Kennenlern-Treffen "Opre Romnja!"

WANN: 14.4.2018 - 15.04.2018

WO: Frankfurt a.M.


WAS: Kennenlern-Treffen "Opre Romnja!"

WANN: voraussichlich 5.5.2018 - 6.5.2018

WO: Leipzig


WAS: Treffen der Lenkungsgruppe

WANN: 22. - 24.06.2018 (Freitag bis Sonntag)

WO: DJH Jugendherberge Berlin - Am Wannsee, Badeweg 1, 14129 Berlin


WAS: Bundesweites Treffen "Opre Romnja!"

WANN: 20.7.2018 - 22.7.2018

WO: Alte Feuerwache e.V., Axel-Springer-Str. 40/41, 10969 Berlin-Kreuzberg


WAS: Bundesjugendkonferenz

WANN: 28.09. - 01.10.2018 (Freitag bis Montag)

WO: DJH Jugendherberge Berlin - Am Wannsee, Badeweg 1, 14129 Berlin

Barrierefreiheit: Wir haben für die Bundesjugendkonferenz zwei behindertengerechte Zweibettzimmer mit eigenem Bad reserviert. Innerhalb des Hauses bewegen sich Rollstuhlfahrer*innen mit dem Aufzug oder über die Rampen zu allen Gemeinschaftsräumen.

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