Amaro Drom als Beispiel guter Praxis in INBAS-Studie

Im Mai 2019 wurde die Studie „Die Rolle von Migrantenorganisationen im Flüchtlingsbereich. Bestandsaufnahme und Handlungsempfehlungen“ veröffentlicht. Die Studie wurde im Auftrag der Bundesintegrationsbeauftragten und mit Förderung der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration, INBAS-Sozialforschung durchgeführt und kann hier nachgelesen und runtergeladen werden. Neben 15 weiteren Organisationen, die sich der Arbeit mit Geflüchteten widmen, wird Amaro Drom in der Studie als ein Beispiel guter Praxis vorgestellt.

 
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PM Rassistische Ermittlungsmethoden der Polizei Leipzig

Romano Sumnal e.V.

Pressemeldung zu rassistischen Ermittlungsmethoden der Leipziger Polizei

20.8.2019

Wir sind entsetzt über das Verhalten und die Methoden der Polizei Leipzig. Im Zuge der Ermittlungen und Prävention von Diebstahl während des Musikfestivals stellte die Polizei Rumänische Staatsbürger unter Generalverdacht, in dem sie durch einen offiziellen Brief Hotel und Hostelbetreiber dazu aufforderte der Polizei Meldung zu geben, sollten sich in ihrem Haus rumänische Gäste befinden. Diese Methoden der Leipziger Polizei ist zu tiefst rassistisch und verachtend. Es steht einer Behörde nicht zu Menschen nur auf Grund ihrer Staatsangehörigkeit unter Generalverdacht zu stellen. Viele unserer Mitglieder stammen aus Rumänien und fühlen sich dadurch zu tiefst betroffen. Es kommt oft dass Sie aufgrund ihrer Staatsangehörigkeit und ihrer Zugehörigkeit zur Minderheit der Roma in Rumänien und Deutschland derart rassistisch verurteilt und auch verfolgt werden. Wir fordern die Polizeibehörde Leipzig auf, derartige Methoden zu unterlassen und sich öffentlich bei allen Menschen mit Rumänischer Staatsangehörigkeit zu entschuldigen. Rassismus hat in Behörden nichts zu suchen auch nicht bei der Polizei.
 
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Europäischer Holocaust-Gedenktag für Sinti*zze und Rom*nja

Am 2.8.2019 fand in der Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau eine Gedenkzeremonie anlässlich des Europäischen Holocaust-Gedenktages für Sinti*zze und Rom*nja statt. Vor 75 Jahren - in der Nacht vom 2. auf den 3. August 1944 - wurde an diesem Ort das Lager, in dem Sinti*zze und Rom*nja inhaftiert waren, aufgelöst. Nachdem alle als arbeitsfähig eingestuften Gefangenen nach Deutschland zur Zwangsarbeit deportiert wurden, ermordeten SS-Angehörige in der Nacht auf den 3. August 1944 die mehr als 4000 verbliebenen Rom*nja und Sinti*zze in Gaskammern – darunter vor allem Frauen, Kinder und ältere Menschen. Insgesamt wurden während des Nationalsozialismus 90% der europäischen Rom*nja und Sinti*zze (ca. 500.000 Menschen) ermordet.

Jedes Jahr erinnern der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma und der Polnische Roma-Verband in Zusammenarbeit mit dem Staatlichen Museum Auschwitz-Birkenau an die Verfolgung und Ermordung der Sinti*zze und Rom*nja während des Nationalsozialismus. Wie jedes Jahr nahmen mehrere hundert Jugendliche im Rahmen der Jugendbegegnung Dikh He Na Bister - Roma Genocide Remembrance an der Gedenkveranstaltung teil. Unter ihnen waren auch Jugendliche von Amaro Drom und den lokalen Organisationen junger Rom*nja und Sinti*zze in Deutschland.

Weitere Fotos und Informationen zu den Redner*innen gibt es auf der Facebookseite von Amaro Drom sowie auf der Website des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma.

Fotos © Rebecca Agnes

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Herdelezi-Straßenfest 2019

Am 11. Mai 2019 fand das Herdelezi-Straßenfest von Amaro Foro in Neukölln statt. Nihad Nino Pušija hat das Fest in diesen wunderschönen Bildern festgehalten.

 

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Diskriminierungsbericht des Roma Büro Freiburg

Das Roma Büro Freiburg hat einen Diskriminierungsbericht für das Jahr 2018 veröffentlicht

In Freiburg und Umgebung leben alteingesessen seit Generationen die Sinti mit ihrem „Platz“- Quartier im Stadtteil Weingarten - und Roma zumeist Kriegsflüchtlinge der 90iger und 00er Jahre aus dem ehemaligen Jugoslawien viele noch in den Flüchtlingslagern. „Gastarbeiter“- Roma der 60/70iger Jahre, wie es relativ viele zB in NRW gibt, gibt es im schon seit 100 Jahren deindustrialisierten Freiburg nur wenige wie auch rumänische und bulgarische Roma, letztere arbeiten zumeist in der Saison-Landwirtschaft und in Sex-Dienstleistungen. Die Sinti sind deutsche Staatsbürger und zumeist evangelikal, die Roma oft Moslems weniger Orthodox und meist in unsicherem Status zwischen Duldung und Aufenthalt darunter viele, die abschiebungsgefährdet sind. Die Roma/Sinti Community zählt insgesamt rd. 2500 in Freiburg und Regio - davon rd. die Hälfte unter 20 Jahre. Viele halten sich als Rom bedeckt und outen sich nicht, weil sie die Diskriminierung als „Zigeuner“ vermeiden wollen. In Europa sind die Sinti und Roma mit 8-10 Mio. die größte Minderheit – ein Volk so groß wie beispielsweise Belgien aber verstreut als Minderheit in allen europäischen und darüber hinaus in fast allen Staaten der Welt.

Diskriminierung und Rassismus gegenüber Sinti und Roma ist alltäglich, bis heute, und eine lange Geschichte in Deutschland. Ihr bisheriger Höhepunkt ist der Völkermord während der NS-Zeit. 2018 führte das Roma Büro Freiburg ein Projekt zum Themenkomplex Diskriminierung durch. Eine Gruppe aus Sinti und Roma sammelte das Jahr über Fallberichte, machte Interviews in ihren Milieus und bei Experten, besprach diese in Gesprächsrunden, zog daraus Resümees und begann zu versuchen Gegenstrategien zu entwickeln. Uns geht es um die subjektiven Erfahrungen in rassistischen Vorfällen – um die existenzielle Innensicht – der Individuen und nicht um erfahrungsleere Begriffsakrobatik über Antiziganismus.

Erfahrungsleer sowohl von Seiten der Sinti und Roma (als Objekte) als auch von den von den Rassismus-Erfahrungen der zumeist weißen Schreiber (der Subjekte). Dieser Abstraktionsweg scheint uns nur ein Versuch zu sein, die eigene (Ohn)Macht (weg) zu rationalisieren. Sie sagt nicht, wo man/frau selbst steht - trotz bzw. gerade wegen aller Argumentgebirge und IdeologieGewolke bleibt ja die einzelne Person unsichtbar und körperlos. Die Geschichten fehlen und der Mut zu (mit)fühlen. Diskriminierung und Rassismus gilt ihnen als eine Art Vorurteil, ein Problem des Bewusstseins, welche durch Bildungsprogramme und Sprachkorrekturen therapiert wird bis hin zur Sprachpolizeilichen Überwachung. An diskriminierender Körpersprache und Haltung, an den räumlichen Ausgrenzungspraktiken mit draus folgenden Hierarchisierungen hat sich aber so nichts verändert – trotz langjähriger Bewusstseinsarbeit, 1 Meter Geschriebenem und Zeigefinger Sprachkorrektur - außer dass nun auch der vorletzte Verwaltungsangestellte mit hämisch ironischem Unterton von „Sinti und Roma“ spricht und weiterhin Zigeuner meint.

In diesen vielen, vielen Fallberichten zu Diskriminierung, die wir teilweise zusammen-gefasst haben andere auch nicht abdrucken, kommt eine schwarze Schattenwelt unserer heutigen Gesellschaft ans Licht, die still und leise den Zusammenhalt unserer Gesellschaft vergiftet. Diese Diskriminierungs-Wirklichkeiten werden bis heute öffentlich zumeist beschwiegen. Aber diese Schattenwelten sind nicht unsere GanzSicht auf die heutige Gesellschaft – es gibt daneben genauso die positiven Geschichten, Momente und Entwicklungen so auch, dass wir diesen Bericht überhaupt veröffentlichen können, gefördert vom Bundesprogramm „Demokratie leben“.

Dieses Projekt führen wir 2019 fort, nur wird es dazu keine Broschüre geben können sondern nur ein online pdf-Dokument, weil uns die Fördersummen um die Druck und Satzkosten gekürzt wurde. Wir danken allen die daran mitgewirkt haben.

Auf Wunsch der meisten werden die Interview-Zitate allgemein anonymisiert: S für Sinti – R für Roma (bei Roma: EU-R = EUBürger; D für Duldung 6 für wieviel Monate/ A für Aufenthaltsstatus) m/w ; k = Kind, j= Jugendl. e= Erwachsen).

Der Bericht ist zusammengefasst und geschrieben von Madeleine Reinhardt und Tomas Wald.

Zum DOWNLOAD des Diskriminierungsberichts als PDF

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