Stellungnahme zum Film "Nellys Abenteuer"

12.12.2017

Amaro Drom e.V.: „Staatliche Förderung von Rassismus gegen Rom*nja beenden - Jugendschutz bedeutet Schutz vor Diskriminierung für alle!“

Bereits dreimal wurde der Film „Nellys Abenteuer“ im Jahr 2017 im öffentlich-rechtlichen Fernsehens ausgestrahlt – den wiederholten Protesten und Kritiken von Seiten der Selbstorganisationen von Rom*nja und Sinti*zze und ihrer Bündnispartner*innen zum Trotz. Obwohl der Film rassistische Vorurteile über Rom*nja auf unterschiedlichen Ebenen reproduziert, wurde er einem breiten Publikum unkommentiert präsentiert. Darüber hinaus soll der Film zukünftig als Unterrichtsmaterial an Schulen eingesetzt werden. Aus der Perspektive der Jugendbildungsarbeit und mit Blick auf den Schutz von Kindern und Jugendlichen vor Diskriminierung, sind die Folgen der Verbreitung solcher rassistischen Narrative und Bilder so verantwortungslos wie fatal.

Silas Kropf, Vorstandsmitglied von Amaro Drom e.V., führt aus: „Dass in unserer heutigen Zeit ein solcher mit Rassismen behafteter Film produziert und veröffentlicht wurde, der sich obendrein an Kinder richtet, ist nicht zuletzt vor dem Hintergrund der aktuellen politischen Entwicklungen in Deutschland und anderenorts mit größter Sorge zu betrachten. Jahrhundertealte antiziganistische Klischees mit der Intention zu verwenden, Toleranz und Akzeptanz zu vermitteln, ist ein Armutszeugnis und ignoriert die Tatsache, dass das Publikum zumindest unterbewusst sehr zugänglich für diese Art von Stereotypisierung ist. Dramatischer wird es, wenn es den Verantwortlichen in der Konfrontation an einem Mindestmaß Einsicht fehlt und sie versuchen den Mitgliedern einer diskriminierten Minderheit ihre erlittene Diskriminierung abzusprechen. Alle in dieser Debatte involvierten Akteur*innen, auch die Selbstorganisationen, sollten den Film zum Anlass nehmen, den Antiziganismus weiter zu thematisieren und alternative Bildungsinhalte anzubieten.“

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Premiere "So kheren amenca?! Für immer Urlaub!"

Zum TRAILER geht's HIER.

SO KHEREN AMENCA!? - FÜR IMMER URLAUB!  (Arbeitstitel Become Refugee)

Präsentation eines Theaterprojekts mit jugendlichen Rom*nja und professionellen Schauspieler*innen aus der Roma- und Sinti-Community

Die Präsentation fand am 5. Dezember 2017 um 20.30 im Studio Я  des Maxim Gorki Theaters statt und begeisterte das Publikum. Weitere Aufführungen werden folgen und an dieser Stelle bekannt gegeben.

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"Dikhen amen! Seht uns!" gewinnt Lars Day Preis 2017

Das Amaro Drom-Projekt "Dikhen amen! Seht uns!" hat den diesjährigen "Lars Day Preis – Zukunft der Erinnerung" gewonnen. Der Lars Day Preis wird von der Lars Day Stiftung und der W. Michael Blumenthal Akademie des Jüdischen Museums Berlin vergeben. Mit dem Preis werden Organisationen, Vereine, Initiativen und Einzelpersonen ausgezeichnet, die gemeinsam mit jungen Menschen an national­sozialistisches Unrecht und weitere Verbrechen gegen die Menschheit erinnern und sich dabei für den Erhalt der Demokratie und für ein gleichberechtigtes Zusammenleben in Vielfalt einsetzen.

Ausgezeichnet wurde die Jugendbegegnung "Dikh angle! Nach vorne schauen!", die 2017 erstmals in Kooperation mit dem feministischen Archiv "RomaniPhen" realisiert wurde. Die Preisverleihung fand am 7.11.2017 in der Akademie des Jüdischen Museums Berlin statt. Den Preis entgegengenommen haben Amaro Drom-Vorstandsmitglied Denis Petrovic, Projektteilnehmer Emanuel Barica und die ehemalige pädagogische Leiterin des Projekts "Dikhen amen!" Joschla Weiß.

Fotografin / Copyright: Jule Röhr

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Erste Romane Krla Seminar

Am Wochende von 13 bis15.10.2017) fand das erste Romane-Krla-Seminar statt.

Bei dem Wochenend-Workshop ,erfolgte der erste Schritt zum Aufbau der Gruppe sowie einen Einstieg in den Themen wie Roma-Geschichte, Porajmos ( Völkermord an den Roma in der Zeit des Nationalsozialismus) und die Bedeutung der Erinnerung. Wir hatten auch an der Stadtrunggang „„Gestern mit den Augen von Heute sehen „organisiert von Rroma-Info-Centrum e.V. teilzunehmen. Das Wochenende- Seminar war unter der Leitung von Heidi Barz.

 

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Bundesjugendkonferenz 2017


Die diesjährige Bundesjugendkonferenz fand vom 30. September bis 3. Oktober 2017 in Freiburg im Breisgau (Baden-Württemberg) statt. Die Bundesjugendkonferenz ist das größte bundesweite Zusammenkommen junger Rom*nja und Sinti*zze in Deutschland. Sie wurde dieses Jahr von Amaro Drom e.V. und dem Roma Büro Freiburg e.V. organisiert. Das Motto der Bundesjugendkonferenz 2017 lautete:
 

Heimat ist nicht gestern –  Heimat ist morgen  – Heimat ist was wir draus machen!

Die diesjährige Veranstaltung widmete sich aus unterschiedlichen Blickweisen dem Thema Heimat. Rom*nja und Sinti*zze sind seit Jahrhunderten Teil der deutschen Gesellschaft und trotzdem finden wir uns bis heute in einer rassistischen Realität wieder. Die Erfahrungen und Stärken, die wir auf diesem Weg sammeln, wollen wir mit all jenen teilen, die auch unterwegs sind. Sei es, weil sie zugewandert sind oder weil sich diese Gesellschaft so rasant verändert. Welche Mechanismen lassen uns nach über 600 Jahren immer noch nicht hier ankommen? Dieser und anderen Fragen stellten wir uns auf der diesjährigen Bundesjugendkonferenz in einem vielfältigen Tages- und Abendprogramm. Unsere Antwort lautet: Heimat liegt nicht in der Vergangenheit, sondern in der Zukunft. Sie liegt in unseren Händen. Zur Ankündigung der diesjährigen Bundesjugendkonferenz hat ein Freiburger Jugendlicher eine Hymne aufgenommen.
 

Die Workshops

In unterschiedlichen Workshops und Gesprächsrunden beschäftigten sich die teilnehmenden Jugendlichen intensiv mit verschiedenen Themenschwerpunkten, die sich dem Thema „Heimat“ und den damit verbundenen Fragen nach Identität, gesellschaftlicher Teilhabe und der Geschichte der europäischen Rom*nja annäherten. Im Workshop „Zukunftsperspektiven von Romnja und Sintizze“ beschäftigten sich die Teilnehmerinnen anhand von Biografiearbeit mit dem Empowerment von Romnja und Sintizze. Die langjährige Bürgerrechtlerin Ilona Lagrene und die junge Freiburger Aktivistin und Schulsprecherin Dijana Celić erzählten aus ihrem Leben und von ihrer politischen Arbeit und diskutierten mit den Teilnehmerinnen wie die Stärkung junger Romnja und Sintizze praktisch aussehen kann, wovon sie abhängt und welche Rolle Bildung dabei spielt. Am Abend des 1. Oktober luden Ilona Lagrene und die Teilnehmerinnen des Workshops interessierte feministische Akteur*innen aus Freiburg und Umgebung dazu ein, im gemeinsamen Gespräch die Perspektiven von Romnja und Sintizze kennenzulernen. Die Gesprächsrunde diente dem Austausch über die Umsetzung gemeinsamer politischer Ziele und eröffnete eine spannende Diskussion.

Die jugendlichen Teilnehmer*innen des Workshops in der Ausstellung zur Geschichte des Völkermords erarbeiteten eine kombinierte Ausstellung aus Ausstellungsteilen des Dokumentations- und Kulturzentrums Deutscher Sinti und Roma. Mit den Teamenden Tomas Wald und Marie Dengel stellten sie sich die Frage nach der Darstellbarkeit des Völkermords und der Verfolgung der europäischen Rom*nja und Sinti*zze und setzten die Beschäftigung mit den ausgestellten Geschichten in Bezug zu ihren Familiengeschichten. Die daraus entstehende erweiterte Ausstellung blieb während der Konferenz für Teilnehmerinnen und Öffentlichkeit geöffnet.

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