Dikh Angle! - Nach vorne schauen!

 

 

 

Vom 31. Juli bis 3. August 2016 fand im Rahmen des Amaro Drom-Projektes „Dikhen amen! Seht uns!“ zum zweiten Mal die Veranstaltung „Dikh angle! Nach vorne schauen!“ statt. Anlass der Veranstaltung ist der Gedenktag 2. August, an dem den Opfern des Pharrajmos, dem Genozid an den Sinti*ze und Rom*nja während des Nationalsozialismus, gedacht wird.

Aus mehreren Bundesländern reisten junge Rom*nja und Sinti*ze nach Berlin, um sich im Rahmen eines Workshops, eines Ausstellungsbesuches und einer Filmvorführung mit der Geschichte der Verfolgung und des Massenmords an den Sinti*ze und Rom*nja auseinanderzusetzen und um gemeinsam zu diskutieren und einander zu stärken im Umgang mit der Geschichte und ihren Folgen.

Die Gedenkveranstaltung „Mare Manuschenge – Unseren Menschen“ am Mahnmal für die ermordeten Sinti und Roma Europas hat die jungen Teilnehmer*innen sehr bewegt. Die Rede des Auschwitz-Überlebenden Leon ‚Henry’ Schwarzbaum, der den 2. August 1944 in Auschwitz-Birkenau miterlebt hat und von den Schreien der Kinder berichtete, die bis zum Morgengrauen andauerten, haben ihn ins Herz getroffen, antwortete ein Teilnehmer auf die Frage was er mitnehme von den Tagen in Berlin.

 

Nach vorne schauen!

Neben der Beschäftigung mit dem Pharrajmos soll die Veranstaltung den Jugendlichen die Gelegenheit geben, sich mit anderen jungen Sinti*ze und Rom*nja über den Umgang mit diesem Teil ihrer Geschichte auszutauschen. Die Bewältigung der Folgen und Kontinuitäten der Diskriminierung von Rom*nja und Sinti*ze nach 1945 und bis heute spielt dabei eine wichtige Rolle. Damals wie heute bildet der Rassismus gegen Sinti*ze und Rom*nja die Grundlage für ihre Stigmatisierung, Marginalisierung und ihren sozialen Ausschluss in Deutschland und fast allen europäischen Staaten.

Zudem sind viele der Jugendlichen nicht nur Urenkelkinder und Enkelkinder von Überlebenden des Pharrajmos, sondern auch Kinder von Menschen, die vor den Balkankriegen in den 90er Jahren oder vor deren Folgen nach Deutschland fliehen mussten.

Die Angst vor der Abschiebung in vermeintlich „sichere Herkunftsländer“, in denen insbesondere Rom*nja Armut und massive Diskriminierung droht, war ein wiederkehrendes Thema in den Diskussionen.

Ebenso wie das Gefühl der Ungerechtigkeit, dass die Nachfahren der Überlebenden heute noch immer gegen strukturellen Rassismus und für den Erhalt ihrer hart erarbeiteten Lebensperspektiven in Deutschland kämpfen müssen. Es herrscht Unverständnis darüber, dass all das Leid, scheinbar nichts verändert hat: „Warum bekommen wir keinen Aufenthalt? Wie können sie uns das antun, nach allem was geschehen ist?“ fragte eine Teilnehmerin.

„Geschichte wiederholt sich. Wir müssen uns damit beschäftigen, denn nur so können wir daraus lernen um zu verhindern, dass es wieder passiert!“ sagte ein Teilnehmer. Dem stimmten die meisten zu. Nicht alle der Jugendlichen haben diesbezüglich eine Wahl, denn für einige von ihnen ist eine Kontinuität der Verfolgungsgeschichte, die systematische Ausgrenzung von Rom*nja, bereits Realität.

Trotz des schweren Themas waren die gemeinsamen Tage in Berlin für die Teilnehmer*innen aber auch ein Ort um Jugendliche aus anderen Städten und Regionen kennenzulernen, Spaß zu haben und gemeinsam Berlin zu erkunden. Mehr über die Geschichte des eigenen Volkes zu lernen habe sie traurig gemacht, aber es gäbe ihr auch Kraft, schrieb eine Teilnehmerin in der Feedback-Runde der Veranstaltung.

 

Gedenktag 2. August

Der 2. August ist der Gedenktag für den Pharrajmos - den Massenmord an den Rom*nja und Sinti*ze im Nationalsozialismus. Nachdem alle als arbeitsfähig eingestuften Sinti*ze und Rom*nja zur Zwangsarbeit nach Deutschland deportiert wurden, wurden in der Nacht vom 2. auf den 3. August 1944 fast 3000 Rom*nja und Sinti*ze im Konzentrationslager Auschwitz ermordet. Dies traf vor allem Kinder, alte Menschen, kranke Menschen und Frauen. Jedes Jahr finden deshalb Gedenkveranstaltungen an diesem Tag statt.

 

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Veranstaltung "Förderprognose: negativ"

Förderprognose: negativ. Diskriminierung von Bulgar_innen und Rumän_innen mit zugeschriebenem oder tatsächlichem Roma-Hintergrund

Eine Diskussion zur Bestandsaufnahme

 

Datum: 29.06.2015

Uhrzeit: 18:00-20:00

Veranstaltungsort: Rosa-Luxemburg-Stiftung. Franz-Mehring-Platz 1, 10243 Berlin. Seminarraum 1

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Neuer Vorstand für Amaro Drom e.V.

Erfolge und erkämpfte Strukturen ausbauen, um die Partizipation jugendlicher Rom_nja und Sint_ezza zu stärken

Am vergangenen Wochenende fand in Hamburg die jährlich einberufene Mitgliederversammlung von Amaro Drom e.V. statt. Zwei Tage lang diskutierte das höchste entscheidungsfindende Gremium des Vereins über die Ziele und das Selbstverständnis des Gesamtverbandes und über konkrete Umsetzungsmöglichkeiten derselben. Am Sonntag wählte die Mitgliederversammlung einen neuen Vorstand.

Die neue Vorstandsvorsitzende ist Gabriela Bott. Sie wird unterstützt durch Merdjan Jakupov und Patrick Bieler als Stellvertreter. Denis Petrović ist der neue Schatzmeister. Mirsad Kecić wurde als Beisitzer in den Vorstand gewählt.

Neben der Vorstandswahl wurden auf der Mitgliederversammlung mit dem Roma Büro Freiburg e.V. und Ternengo Drom e Romengo – Jugendliche in Niedersachsen e.V. zwei neue Gliederungen offiziell in den Bundesverband aufgenommen. Eines der erklärten Hauptziele des neuen Vorstands ist es, junge Rom_nja zu motivieren, in der nächsten Wahlperiode im geschäftsführenden Vorstand Verantwortung zu übernehmen.Die neue Vorsitzende Gabriela Bott brachte die Schwerpunkte ihrer Arbeit folgendermaßen auf den Punkt: „Was das Ziel der Ausweitung der Selbstorganisation junger Rom_nja und Nicht-Rom_nja angeht, hat Amaro Drom in den letzten zwei Jahren viel erreicht. Gemeinsam mit den neuen Gliederungen des Bundesverbandes können wir auf diese Erfolge aufbauen und die nun vorhandenen Strukturen weiter ausbauen. Die enge Zusammenarbeit der Gliederungen und die verstärkte Einbeziehung junger Rom_nja und Sint_ezza in die Vorstandsarbeit sind wichtige Voraussetzungen für das Wachsen des Gesamtverbandes.“

Merdjan Jakupov, der zum zweiten Mal als stellvertretender Vorsitzender in den Vorstand gewählt wurde, benennt weitere wichtige Ziele der Vorstandsarbeit:  „Von zentraler Bedeutung für das kommende Jahr ist die Organisation der Zusammenarbeit mit den neuen Gliederungen Roma Büro Freiburg und Ternengo Drom e Romengo sowie die Stärkung der bundesweiten und lokalen Jugendarbeit auf Grundlage der neu geschaffenen Strukturen der Geschäftsführung, des neuen Bundesbüros und der hauptamtlichen Angestellten. Insbesondere das Empowerment junger Frauen steht dabei verstärkt im Fokus.“

Auch der neue Schatzmeister Denis Petrović setzt sich klare Ziele für seine Mitarbeit im Vorstand: „Ich möchte im kommenden Jahr mindestens zwei weitere Gliederungen in den Bundesverband aufnehmen und die Zusammenarbeit mit den bisherigen Gliederungen vertiefen. Dafür werde ich die bestehenden Gliederungen und die neuen Initiativen in Schleswig-Holstein, Niedersachsen und dem Saarland vor Ort besuchen und sie bei den einzelnen Schritten wie der Bestimmung einer Satzung unterstützen.“

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Stellungnahme zur Protestaktion ROMA DAYS BERLIN

25.5.2016

Stellungnahme zur Räumung des besetzten Mahnmals für die ermordeten Sint*ezza und Rom*nja

(korrigierte Version)

Wir erklären uns mit den Roma-Aktivist*innen, die das Mahnmal für die ermordeten Sint*ezza und Rom*nja besetzt haben, solidarisch. Wir unterstützen ihre Forderung nach einem dauerhaften Bleiberecht.

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