Statement von Amaro Drom e.V. & Queer Roma

07.06.2017

Statement zur geplanten Abschiebung von Riza Kamberi und Kenan Dacic nach Serbien

 

Im September 2016 flohen Kenan Dacic und Riza Kamberi aus Serbien nach Deutschland, weil sie in ihrer Heimat um ihr Leben fürchten mussten. Riza ist Angehöriger der Minderheit der Roma. Beide sind zudem als Muslime und als Angehörige der LGBTIQ*-Community in Serbien von mehrfacher massiver Diskriminierung betroffen. Kurz vor ihrer Flucht überlebte Riza einen Mordversuch durch Familienangehörige, nach welchem ihm die serbische Polizei jede Unterstützung verweigerte. Dem Imam Kenan riet die serbische Polizei sich das Leben zu neh-men, da seine Situation hoffnungslos sei. Trotz ihrer schweren Traumatisierungen und psychischen Belastung versuchen sie sich ein Leben in Deutschland aufzubauen, engagieren sich ehrenamtlich bei der Aidshilfe Gießen und haben sich im Januar 2017 ihren Wunsch erfüllt ihre Lebenspartnerschaft standesamtlich eintragen zu lassen. Im Dezember 2016 wurde der Asylantrag der beiden Männer abgelehnt, ihnen droht nun die Abschiebung.

Der Fall des Paars verdeutlicht erneut auf dramatische Weise, dass die Abschiebungen von Geflüchteten in die als „sicher“ deklarierten Westbalkanstaaten mit dem Grundrecht auf Asyl unvereinbar sind. Serbien wurde im Rahmen der Asylrechtsverschärfung 2014 von der Bundesregierung als „sicherer Herkunftsstaat“ eingestuft. Asylanträge von Geflüchteten aus Serbien werden seitdem im Schnellverfahren abgelehnt und die Betroffenen abgeschoben. Die gesetzlich vorgeschriebenen Einzelfallprüfungen scheinen nicht mehr stattzufinden, denn anders lässt sich die geplante Abschiebung der Lebenspartner Kamberi und Dacic nicht erklären.

Die Situation für Rom*nja in Serbien ist gekennzeichnet von massiver Diskriminierung in allen Lebensbereichen. Eine Studie* von PRO ASYL aus dem Jahr 2013 kommt zu dem eindeutigen Schluss, dass Serbien kein „sicherer Herkunftsstaat“ ist – insbesondere nicht für Rom*nja. Eine kürzlich erschienene Auswertung** des European Roma Rights Centers belegt diese Schlussfolgerung erneut. Amaro Drom und die Gliederungen Amaro Foro (Berlin), Ternengo Drom e Romengo (Niedersachsen) sowie Terno Drom (NRW) haben bereits 2014 und 2015 zu den Asylrechtsverschärfungen Stellung*** genommen, die auch den derzeitigen Abschiebungen zugrunde liegen.

 

  • Wir fordern ein sofortiges Bleiberecht für Kenan Dacic und Riza Kamberi

  • Wir fordern die Anerkennung der besonderen Fluchtgründe von Rom*nja als verfolgter und diskriminierter Gruppe durch die Politik

  • Wir fordern die Umsetzung der Qualifikationsrichtlinie 2011/95/EU, die die Anerkennung von kumulativer Verfolgung in mehreren Lebensbereichen als Asylgrund vorsieht

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Neuer Vorstand für Amaro Drom e.V.

Pressemitteilung 29.05.2017

Partizipation junger Rom*nja und Sinti*zze stärken, Gesellschaft mitgestalten und Rassismus entgegentreten


Vom 19. bis 21. Mai 2017 fand in Eschwege (Hessen) die jährlich einberufene Mitgliederversammlung von Amaro Drom e.V. statt. Zwei Tage lang diskutierte das höchste entscheidungsfindende Gremium des Vereins über die Ziele und das Selbstverständnis des Gesamtverbandes und über konkrete Umsetzungsmöglichkeiten derselben. Am Sonntag wählte die Mitgliederversammlung einen neuen Vorstand. Als Vorstandsvorsitzende wurde Gabriela Bot wiedergewählt. Sie wird unterstützt durch Silas Kropf und Emran Elmazi als Stellvertreter. Denisz Petrovity wurde als Schatzmeister wiedergewählt. Mit Sorina Daliana Bonescu, Faton Mistele und Nasmija Hasani wurden zudem drei Jugendliche als Beisitzer*innen in den Vorstand gewählt.

   Der neue Amaro Drom-Vorstand (v.l.n.r.): Denisz Petrovity, Gabriela Bot, Silas Kropf, Emran Elmazi (nicht im Bild),
   Sorina Daliana Bonescu, Faton Mistele und Nasmija Hasani

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Dikhen Amen beim Nationalen Integrationspreis

Das Amaro Drom-Projekt "Dikhen amen! Seht uns!" wurde vom Bundesjugendring als Kandidatin für den Nationalen Integrationspreis 2017 vorgeschlagen. Am 17.5.2017 hat Joschla Weiß, die pädagogische Leiterin von Dikhen Amen, das Projekt auf der Presiverleihung im Bundeskanzleramt vertreten. Ihr findet sie auf dem Gruppenfoto ganz links in der zweiten Reihe. Mehr Infos zum Nationalen Integrationspreis gibt es HIER.

Foto: Bundesregierung / Guido Bergmann

Foto: Bundesregierung / Guido Bergmann

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Voraufführung "Done - Erledigt"

 

Das Video der Voraufführung könnt ihr euch hier ansehen:

https://youtu.be/YSpLW90BS3U

 

Was: Voraufführung des Theaterprojekts "Done - Erledigt"

Wann: 16. Mai - 19 Uhr

Wo: Tak-Theater, Prinzenstraße 85 F in 10969 Berlin Kreuzberg (ca. 50 m vom Moritzplatz)

Worum geht's: Irgendwo in einer deutschen Stadt. Eine junge Tanzgruppe bereitet sich auf ihren bislang wichtigsten Auftritt vor, einen Wettbewerb den sie unbedingt gewinnen wollen! Sie sind gut, motiviert, und auf alles vorbereitet.Aber darauf nicht: Zwei der stärksten Crew-Mitglieder sollen abgeschoben werden. Zwischen Angst vor dem was kommt und dem Drang weiterzumachen, stellt sich die Frage nach den persönlichen Auswirkungen abstrakter Gesetzte, die auf einmal gar nicht mehr abstrakt sind. Das Projekt Become Flüchtling schafft ein neues Bewusstsein für die verbreitete Abschiebepraxis, die aus einem Deutschen über Nacht einen Flüchtling macht.

Sandra Selimović, selbst Geflüchtete, entwickelt das Stück mit jugendlichen Roma von Amaro Drom e.V. und mit professionellen Schauspieler_innen aus der Roma- und Sinti-Community und bietet mit dieser Voraufführung einen Einblick in ihre Arbeit.

Schauspiel: Estera Iordan, Slaviša Marković, David, Iosif Roman, Elisei Roman, Estera Stan, Iosif Stavarache, Miriam Wagner, Joschla Weiß u.a.; Tanztraining: Safet Mistele; Regie: Sandra Selimović; Dramaturgie: Hanna AlTaher; Projektassistenz: José Fernández Ortega; Projektleitung: Joschla Weiß

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Stellenausschreibung im Projekt Dikhen Amen

 

Amaro Drom e.V. sucht zum 01.09.2017

 

eine pädagogische Leitung
70 % Beschäftigungsumfang (28 Stunden/Woche), voraussichtlich bis zum 31.12.2019

 

für das Projekt ,,Dikhen amen! Seht uns! Empowerment und Sensibilisierung für Rassismus aus Sicht junger Roma und Sinti‘‘ im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben! Aktiv gegen Rechtsextremismus, Gewalt und Menschenfeindlichkeit“. Dienstort ist Berlin, der Tätigkeitsbereich ist aber auch in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Süddeutschland.

Ziel des Projektes ist das Empowerment jugendlicher Rom*nja und Sinti*zze bei Amaro Drom e.V. Außerdem werden Jugendliche aus der Mehrheitsbevölkerung für den Rassismus gegen Rom*nja und Sinti*zze sensibilisiert. Hierfür wurden eigene Methoden im Projekt entwickelt. Die Grundlage dafür bildeten die Erfahrungen junger Rom*nja und Sinti*zze. Junge Aktive aus dem Verband werden ab 2018 zu Multiplikator*innen ausgebildet, sodass sie in Zukunft selbst Workshops zu den Projektthemen anbieten können. Zum Abschluss des Projektes wird ein Methodenhandbuch zum Empowerment jugendlicher Rom*nja und Sinti*zze und zur Rassismussensibilisierung veröffentlicht.

 

Zu Ihren Aufgaben gehören unter anderem:

  • Konzeptualisierung und Durchführung der Ausbildung junger Rom*nja und Sinti*zze zu Multiplikator*innen

  • pädagogische Begleitung von ehrenamtlichen Multiplikator*innen

  • Organisation, Konzeption und Durchführung von Workshops zum Empowerment junger Rom*nja und Sinti*zze

  • Organisation, Konzeption und Durchführung von Sensibilisierungsworkshops im Themenfeld Rassismus gegen Sinti*zze und Rom*nja

  • Konzeption, Organisation und Durchführung von Großveranstaltungen, wie Bundes­jugendkonferenzen oder Fachtagungen

  • Abstimmen der lokalen Bedarfe mit den Landesverbänden

  • Redaktionsarbeit und Autor*innentätigkeit für ein Methodenhandbuch

  • Wissensdokumentation und Wissenstransfer der Projektergebnisse

  • Organisation von Netzwerktreffen

  • Netzwerkarbeit mit Projektpartner*innen aus pädagogischen und politischen Tätigkeits­feldern

  • Repräsentation des Projektes „Dikhen amen!“ auf öffentlichen Veranstaltungen

  • Unterstützung bei der Akquise von Finanzmitteln

 

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