Herdelezi-Straßenfest 2019

Am 11. Mai 2019 fand das Herdelezi-Straßenfest von Amaro Foro in Neukölln statt. Nihad Nino Pušija hat das Fest in diesen wunderschönen Bildern festgehalten.

 

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Diskriminierungsbericht des Roma Büro Freiburg

Das Roma Büro Freiburg hat einen Diskriminierungsbericht für das Jahr 2018 veröffentlicht

In Freiburg und Umgebung leben alteingesessen seit Generationen die Sinti mit ihrem „Platz“- Quartier im Stadtteil Weingarten - und Roma zumeist Kriegsflüchtlinge der 90iger und 00er Jahre aus dem ehemaligen Jugoslawien viele noch in den Flüchtlingslagern. „Gastarbeiter“- Roma der 60/70iger Jahre, wie es relativ viele zB in NRW gibt, gibt es im schon seit 100 Jahren deindustrialisierten Freiburg nur wenige wie auch rumänische und bulgarische Roma, letztere arbeiten zumeist in der Saison-Landwirtschaft und in Sex-Dienstleistungen. Die Sinti sind deutsche Staatsbürger und zumeist evangelikal, die Roma oft Moslems weniger Orthodox und meist in unsicherem Status zwischen Duldung und Aufenthalt darunter viele, die abschiebungsgefährdet sind. Die Roma/Sinti Community zählt insgesamt rd. 2500 in Freiburg und Regio - davon rd. die Hälfte unter 20 Jahre. Viele halten sich als Rom bedeckt und outen sich nicht, weil sie die Diskriminierung als „Zigeuner“ vermeiden wollen. In Europa sind die Sinti und Roma mit 8-10 Mio. die größte Minderheit – ein Volk so groß wie beispielsweise Belgien aber verstreut als Minderheit in allen europäischen und darüber hinaus in fast allen Staaten der Welt.

Diskriminierung und Rassismus gegenüber Sinti und Roma ist alltäglich, bis heute, und eine lange Geschichte in Deutschland. Ihr bisheriger Höhepunkt ist der Völkermord während der NS-Zeit. 2018 führte das Roma Büro Freiburg ein Projekt zum Themenkomplex Diskriminierung durch. Eine Gruppe aus Sinti und Roma sammelte das Jahr über Fallberichte, machte Interviews in ihren Milieus und bei Experten, besprach diese in Gesprächsrunden, zog daraus Resümees und begann zu versuchen Gegenstrategien zu entwickeln. Uns geht es um die subjektiven Erfahrungen in rassistischen Vorfällen – um die existenzielle Innensicht – der Individuen und nicht um erfahrungsleere Begriffsakrobatik über Antiziganismus.

Erfahrungsleer sowohl von Seiten der Sinti und Roma (als Objekte) als auch von den von den Rassismus-Erfahrungen der zumeist weißen Schreiber (der Subjekte). Dieser Abstraktionsweg scheint uns nur ein Versuch zu sein, die eigene (Ohn)Macht (weg) zu rationalisieren. Sie sagt nicht, wo man/frau selbst steht - trotz bzw. gerade wegen aller Argumentgebirge und IdeologieGewolke bleibt ja die einzelne Person unsichtbar und körperlos. Die Geschichten fehlen und der Mut zu (mit)fühlen. Diskriminierung und Rassismus gilt ihnen als eine Art Vorurteil, ein Problem des Bewusstseins, welche durch Bildungsprogramme und Sprachkorrekturen therapiert wird bis hin zur Sprachpolizeilichen Überwachung. An diskriminierender Körpersprache und Haltung, an den räumlichen Ausgrenzungspraktiken mit draus folgenden Hierarchisierungen hat sich aber so nichts verändert – trotz langjähriger Bewusstseinsarbeit, 1 Meter Geschriebenem und Zeigefinger Sprachkorrektur - außer dass nun auch der vorletzte Verwaltungsangestellte mit hämisch ironischem Unterton von „Sinti und Roma“ spricht und weiterhin Zigeuner meint.

In diesen vielen, vielen Fallberichten zu Diskriminierung, die wir teilweise zusammen-gefasst haben andere auch nicht abdrucken, kommt eine schwarze Schattenwelt unserer heutigen Gesellschaft ans Licht, die still und leise den Zusammenhalt unserer Gesellschaft vergiftet. Diese Diskriminierungs-Wirklichkeiten werden bis heute öffentlich zumeist beschwiegen. Aber diese Schattenwelten sind nicht unsere GanzSicht auf die heutige Gesellschaft – es gibt daneben genauso die positiven Geschichten, Momente und Entwicklungen so auch, dass wir diesen Bericht überhaupt veröffentlichen können, gefördert vom Bundesprogramm „Demokratie leben“.

Dieses Projekt führen wir 2019 fort, nur wird es dazu keine Broschüre geben können sondern nur ein online pdf-Dokument, weil uns die Fördersummen um die Druck und Satzkosten gekürzt wurde. Wir danken allen die daran mitgewirkt haben.

Auf Wunsch der meisten werden die Interview-Zitate allgemein anonymisiert: S für Sinti – R für Roma (bei Roma: EU-R = EUBürger; D für Duldung 6 für wieviel Monate/ A für Aufenthaltsstatus) m/w ; k = Kind, j= Jugendl. e= Erwachsen).

Der Bericht ist zusammengefasst und geschrieben von Madeleine Reinhardt und Tomas Wald.

Zum DOWNLOAD des Diskriminierungsberichts als PDF

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Veranstaltung von Carmen e.V. zum Welt-Rom*nja-Tag

Unser Landesverband der Internationale Kultur und Sport Verein der Roma „Carmen e.V.“ wird auch in diesem Jahr anlässlich des Welt-Rom*nja-Tages, der am 8. April weltweit gefeiert wird, eine Veranstaltung organisieren. Die Veranstaltung trägt wie im letzten Jahr den Titel "Sprecht mit uns, nicht über uns".

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Wir trauern um Djevdet Berisa


Wir trauern um Djevdet Berisa


Unser langjähriger Mitstreiter und Freund Djevdet Berisa ist nach schwerer Krankheit im Alter von 49 Jahren viel zu früh gestorben. Djevdet kam ursprünglich als Flüchtling aus Serbien und ist einer der Pioniere der Selbstorganisation von Rom*nja in Deutschland - bereits 1999 gründete er den Verein Romane Anglonipe ("Roma voran"). In den folgenden Jahren erreichte seine Arbeit einen hohen Bekanntheitsgrad und er setzte sich insbesondere für ein Bleiberecht von Rom*nja in Deutschland und den Kampf gegen Antiziganismus ein. Djevdet unterstützte außerdem weitere Vereine bei der Gründung und dem Aufbau von Strukturen und war Mitglied bei Amaro Drom e.V.

Neben seinem vielfältigen und unermüdlichen Engagement in Niedersachsen, war das Eintreten für die Interessen junger Rom*nja und Sinti*zze Djevdet ein besonderes Anliegen. Mit der Gründung unseres Landesverbandes „Ternengo Drom e Romengo- Roma-Jugendliche in Niedersachsen e.V.“ leistete er einen wichtigen Beitrag zur bundesweiten Vernetzung und Unterstützung junger Rom*nja und Sinti*zze. Wir werden ihn schmerzlich vermissen.

Djevdet, der Kampf geht weiter!

Im Namen des gesamten Bundesverbandes von Amaro Drom e.V.
Geschäftsführer Merdjan Jakupov

 
Fotoquelle Christian Behrens
 
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Romane Krla - Amaro Drom-Referentenpool zur Roma und Sinti Erinnerungskultur

Das Amaro Drom Projekt zu Erinnerung und Menschenrechte bietet Workshops.

Die erste Generation des Projekts Romane Krla hat ihre Ausbildung in ErinerungsKultur und Menschenrechten abgeschlossen. Jetzt bieten wir die Möglichkeit, Workshops und andere Aktivitäten zu buchen, um auf die Geschichte der Roma aufmerksam zu machen, insbesondere über die Verfolgung von Roma und Sinti während der NS-Zeit.

Durch verschiedene didaktische Methoden bieten wir (unter anderem) Workshops an:

- Roma Geschichte und Kultur

- Die Verfolgung und Vernichtung von Sinti und Roma wahrend NS-Zeit

- Historische Entwicklung des Antiziganismus in europäischen Ländern

Möchten Sie einen Workshop organisieren, um mehr über Roma und Sinti zu erfahren und Ihr Gymnasium, Ihre Schule, Ihren Jugendclub oder Ihre Organisation zu sensibilisieren? Gerne können Sie zu uns Kontakt aufnehmen .

Wir bieten die Workshops bundesweit und können die in verschiedenen Sprachen anbieten (Deutsch, Romanes, Englisch, Serbisch, Mazedonisch, Rumänisch,Spanisch…)

Für weitere Informationen und Details schreiben Sie uns an : jose@amarodrom.de

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