Das war die Bundesjugendkonferenz 2016

Bundesjugendkonferenz “Fremd im eigenen Land? – Bipindzarutno Ki Ti Phuv?“

 

Vom 30.9. bis 3.10.2016 kamen unter dem Motto „Fremd im eigenen Land?“ 100 jugendliche Rom*nja und Sinti*zze aus dem ganzen Bundesgebiet zur diesjährigen Bundesjugendkonferenz von Amaro Drom und Terno Drom in Nideggen-Schmidt (NRW) zusammen. Dort vernetzten sie sich, bildeten sich gegenseitig weiter und trieben die politische Selbstorganisation entlang der eigenen Interessen voran.

 

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Junge Roma aktiv - Juroma, Abschlussveranstaltung am 4.11.2016

Sind junge Romnija und Roma in unserer Gesellschaft angekommen? Wie sehen das die jungen Leute selbst? Was sind ihre Vorstellungen, was sind unsere? Was macht die Politik? Diese Fragen wollen auf der Abschlussveranstaltung unseres Projektes „Junge Roma aktiv“ mit Mitgliedern des Europäischen Parlaments, des NRW-Landtags und von Roma-Verbänden diskutieren. Auch städtische Vertreter/innen wie die Erste Bürgermeisterin von Köln, Elfi Scho-Antwerpes, Mitglied des Deutschen Bundestages, sowie der Stadtdirektor Dortmunds, Jörg Stüdemann, werden Stellung beziehen.

JUROMA ist ein gemeinsames Projekt von Otto Benecke Stiftung e.V. (OBS) und Amaro Drom e.V. Ziel ist die Förderung der gleichberechtigten gesellschaftlichen Teilhabe junger zugewanderter Romnija und Roma. Am Übergang von der Schule in den Beruf werden junge, erfolgreiche Angehörige der Community unterstützt, Regelangebote der Integration zu nutzen, Chancen für Bildung und Berufsbildung wahrzunehmen und ihre Interessen und Fähigkeiten in die Gesellschaft einzubringen.

Sie sind herzlich eingeladen, mit zu diskutieren:
Freitag, 4. November 2016, 10.00-16.30 Uhr,
Forum der Volkshochschule Köln, Cäcilienstraße 29-33, 50676 Köln (Nähe Neumarkt, gegenüber von Kunsthaus Lempertz).
Musik und szenische Darstellungen runden die Veranstaltung ab. Das Programm finden Sie hier. 

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Bundesjugendkonferenz 2016

Shukar Avilen amari Amaalenza,

Vom 30.9. bis 3.10.2016 findet die Bundesjugendkonferenz von Amaro Drom und Terno Drom in Nideggen-Schmidt bei Köln statt. Das diesjährige Motto unserer BJK lautet „Fremd im eigenen Land?“. Vielleicht sollten wir es kreativ umbenennen in „Bunt im eigenen Land“ als Motto der Bunten Jugendkonferenz. Denn faktisch sind wir nicht alle gleich. Rrom*ja sind eine transkulturelle Community, die durch unterschiedliche Dialekte, aus unterschiedlichen Ländern kommend, verschiedene Traditionen und Werte lebend, auffallend ist. Warum also etwas, das schon immer durchmischt ist, das Siegel „Fremd“ einprägen?

Bei all der Diversität verbindet uns doch alle eines und das ist die Kontinuität der Ausgrenzung, der Ressentiments und des Rassismus auf allen gesellschaftlichen Ebenen. Diese Ausgrenzung beginnt im 15. Jahrhundert und trägt sich fort in das Jahr 2016, wenn Jugendliche von uns abgeschoben werden. Sie werden zu Flüchtlingen im Land ihrer Eltern und Großeltern. So sind sie unfreiwillig zu Fremden gemacht.

Wir wollen die BJK 2016 mit euch gemeinsam nutzen, um uns gegenseitig zu stärken, unsere Vielfalt zu feiern und uns daran zu erinnern, wieviel Power wir haben und was uns immer wieder weiter kämpfen lässt, trotz der widrigen Umstände. Daher werden wir uns in den vielfältigen Workshops mit unseren Geschichten, mit den Mechanismen von Rassismus, reproduktiver Gesundheit, mit Kunst, den Medien, Frauen und Männerthemen beschäftigen. Mit dem wichtigsten Ziel sich zu empowern. Also lasst uns feiern.

Opre Rroma!

 

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Dikh Angle! - Nach vorne schauen!

 

 

 

Vom 31. Juli bis 3. August 2016 fand im Rahmen des Amaro Drom-Projektes „Dikhen amen! Seht uns!“ zum zweiten Mal die Veranstaltung „Dikh angle! Nach vorne schauen!“ statt. Anlass der Veranstaltung ist der Gedenktag 2. August, an dem den Opfern des Pharrajmos, dem Genozid an den Sinti*ze und Rom*nja während des Nationalsozialismus, gedacht wird.

Aus mehreren Bundesländern reisten junge Rom*nja und Sinti*ze nach Berlin, um sich im Rahmen eines Workshops, eines Ausstellungsbesuches und einer Filmvorführung mit der Geschichte der Verfolgung und des Massenmords an den Sinti*ze und Rom*nja auseinanderzusetzen und um gemeinsam zu diskutieren und einander zu stärken im Umgang mit der Geschichte und ihren Folgen.

Die Gedenkveranstaltung „Mare Manuschenge – Unseren Menschen“ am Mahnmal für die ermordeten Sinti und Roma Europas hat die jungen Teilnehmer*innen sehr bewegt. Die Rede des Auschwitz-Überlebenden Leon ‚Henry’ Schwarzbaum, der den 2. August 1944 in Auschwitz-Birkenau miterlebt hat und von den Schreien der Kinder berichtete, die bis zum Morgengrauen andauerten, haben ihn ins Herz getroffen, antwortete ein Teilnehmer auf die Frage was er mitnehme von den Tagen in Berlin.

 

Nach vorne schauen!

Neben der Beschäftigung mit dem Pharrajmos soll die Veranstaltung den Jugendlichen die Gelegenheit geben, sich mit anderen jungen Sinti*ze und Rom*nja über den Umgang mit diesem Teil ihrer Geschichte auszutauschen. Die Bewältigung der Folgen und Kontinuitäten der Diskriminierung von Rom*nja und Sinti*ze nach 1945 und bis heute spielt dabei eine wichtige Rolle. Damals wie heute bildet der Rassismus gegen Sinti*ze und Rom*nja die Grundlage für ihre Stigmatisierung, Marginalisierung und ihren sozialen Ausschluss in Deutschland und fast allen europäischen Staaten.

Zudem sind viele der Jugendlichen nicht nur Urenkelkinder und Enkelkinder von Überlebenden des Pharrajmos, sondern auch Kinder von Menschen, die vor den Balkankriegen in den 90er Jahren oder vor deren Folgen nach Deutschland fliehen mussten.

Die Angst vor der Abschiebung in vermeintlich „sichere Herkunftsländer“, in denen insbesondere Rom*nja Armut und massive Diskriminierung droht, war ein wiederkehrendes Thema in den Diskussionen.

Ebenso wie das Gefühl der Ungerechtigkeit, dass die Nachfahren der Überlebenden heute noch immer gegen strukturellen Rassismus und für den Erhalt ihrer hart erarbeiteten Lebensperspektiven in Deutschland kämpfen müssen. Es herrscht Unverständnis darüber, dass all das Leid, scheinbar nichts verändert hat: „Warum bekommen wir keinen Aufenthalt? Wie können sie uns das antun, nach allem was geschehen ist?“ fragte eine Teilnehmerin.

„Geschichte wiederholt sich. Wir müssen uns damit beschäftigen, denn nur so können wir daraus lernen um zu verhindern, dass es wieder passiert!“ sagte ein Teilnehmer. Dem stimmten die meisten zu. Nicht alle der Jugendlichen haben diesbezüglich eine Wahl, denn für einige von ihnen ist eine Kontinuität der Verfolgungsgeschichte, die systematische Ausgrenzung von Rom*nja, bereits Realität.

Trotz des schweren Themas waren die gemeinsamen Tage in Berlin für die Teilnehmer*innen aber auch ein Ort um Jugendliche aus anderen Städten und Regionen kennenzulernen, Spaß zu haben und gemeinsam Berlin zu erkunden. Mehr über die Geschichte des eigenen Volkes zu lernen habe sie traurig gemacht, aber es gäbe ihr auch Kraft, schrieb eine Teilnehmerin in der Feedback-Runde der Veranstaltung.

 

Gedenktag 2. August

Der 2. August ist der Gedenktag für den Pharrajmos - den Massenmord an den Rom*nja und Sinti*ze im Nationalsozialismus. Nachdem alle als arbeitsfähig eingestuften Sinti*ze und Rom*nja zur Zwangsarbeit nach Deutschland deportiert wurden, wurden in der Nacht vom 2. auf den 3. August 1944 fast 3000 Rom*nja und Sinti*ze im Konzentrationslager Auschwitz ermordet. Dies traf vor allem Kinder, alte Menschen, kranke Menschen und Frauen. Jedes Jahr finden deshalb Gedenkveranstaltungen an diesem Tag statt.

 

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