Statement anlässlich des 76. Jahrestages der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz

Heute, am 27. Januar, gedenken wir anlässlich des 76. Jahrestages der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz den vielen Opfern des NS-Völkermordes. Auschwitz hat während des Zweiten Weltkriegs auch einen weiteren Namen getragen, “Zigeunerlager”, denn besonders viele Sinti und Roma wurden hier inhaftiert und ermordet. Und obwohl während des Zweiten Weltkriegs bei dem Völkermord an den europäischen Sinti und Roma schätzungsweise bis zu einer halben Millionen Opfer zu verzeichnen sind, ist das großen Teilen der Gesellschaft nicht bekannt. Dieser Holocaust an Sinti und Roma wird auch Porajmos genannt.

Es hat jahrzehntelanger Aufklärungsprozesse in Schulen und in der Gesellschaft bedurft, diesen Tag nicht als„Niederlage“ zu betrachten, sondern als Befreiung vom Nazismus, einem System, unter dem die Deutschen die größten Verbrechen der Menschheitsgeschichte begangen haben.

Leider ist diese Sichtweise bei vielen immer noch nicht selbstverständlich. So meint man in der sogenannten Alternative für Deutschland (AfD) und anderen nationalistischen Kreisen, die Nazizeit verharmlosen und als die bloßen „Fliegenschiss der Geschichte“ bezeichnen.

Der Kampf für Demokratie und Menschenrechte - gegen Antiziganismus und Diskriminierung von Sinti und Roma - ist bis heute noch aktuell. Und eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die uns alle angeht!

Deshalb appellieren wir an die Gesellschaft stark zu sein und sich dagegen zu wehren und zu engagieren. Damit Rassismus und Antiziganismus keinen Platz in unsere Gesellschaft findet.

 

Ajriz Bekirovski

Vorstandvorsitzender Amaro Drom e.V.

 

Das Statement als PDF-Dokument ist hier zu lesen.

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