Veranstaltung "Barrieren und Möglichkeiten des Roma-Aktivismus" am 7.4.2016 in Berlin

Anlässlich des Internationalen Tags der Sinti und Roma am 8. April laden die Verbände Amaro Drom e.V., Amaro Foro e.V., Roma Kultur Rad Berlin e.V. und Rroma Informations Centrum e.V. gemeinsam zur öffentlichen Veranstaltung "Barrieren und Möglichkeiten des Roma-Aktivismus gegen Diskriminierung und Bildungsbenachteiligungen in Deutschland und Europa" ein.

Zeit: Do – 07/04/2016, 19:30 – 22:30 Uhr

Ort: k-fetisch, Wildenbruchstraße 86, 12045 Berlin

Der 8. April ist der Internationale Tag der Sinti und Roma und wird von Roma überall auf der Welt gefeiert. Dieser Tag geht auf die erste weltweite Roma-Konferenz in London 1971 zurück, welche im Kampf der Roma um Teilhabe und Würde sehr bedeutend war.

Der 8. April ist zugleich ein Tag, um auf die noch immer anhaltende, europaweite Diskriminierung und soziale Ausgrenzung von Roma aufmerksam zu machen. Wir möchten den 8. April aber auch nutzen, um über die sich formierenden Bürgerrechtsbewegungen und Kämpfe gegen Diskriminierung zu reflektieren sowie die kulturelle Vielfalt und kulturellen Leistungen der Roma ins Gedächtnis zu rufen.

Drei Kurzreferate werden in eine anschließende Podiumsdiskussion überleiten, in der die Errungenschaften der verschiedenen europäischen Roma-Bewegungen im Kontext von Diskriminierung und insbesondere Benachteiligungen in den Bildungssystemen analysiert werden. Gemeinsam werden außerdem nötige politische Veränderungen sowie neue Ausrichtungen aktivistischen Engagements diskutiert.

Slobodan Savić, Vorsitzender des Roma Kultur Rad Berlin e.V., war Teilnehmer beim ersten Roma-Weltkongress 1971 und flüchtete in den 1990er Jahren wegen des Balkankrieges nach Deutschland. Er wird über seine Erfahrungen mit der damaligen „Integrationspolitik“ sowie die Erfahrungen seiner Kinder in der Schule in Deutschland berichten. Außerdem thematisiert er seinen Kampf gegen Abschiebungen von Roma.  

Prof. Dr. Hristo Kyuchukov ist Linguist und Experte auf dem Gebiet des Romanes. Er war aktiv eingebunden in diverse Reformen zur Einführung des Romanes im Schul- und Hochschulunterricht in Bulgarien. Er wird die Gründe für die Zunahme rassistischer Einstellungen und Verhaltensweisen innerhalb der letzten 15 Jahre in Ost- und Südosteuropa analysieren und gleichzeitig Einblicke gewähren in die selbst organisierten Gegenbewegungen der Roma in diesen Staaten.

Riccardo M Sahiti gründete und leitet das selbstverwaltete Symphonieorchester Roma-und-Sinti-Philharmoniker in Frankfurt/Main. Unter anderem spielte das Orchester unter seiner Leitung die  Totenmesse „Auschwitz-Requiem“. Er wird über die kulturelle Vielfältigkeit und die kulturellen Errungenschaften der Sinti und Roma sprechen.

Die Veranstaltung ist öffentlich. Wir freuen uns über Weiterleitung bzw. redaktionelle Erwähnung.

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