Statement von Gjulner Sejdi anlässlich des 75. Jahrestags des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus

Sehr geehrte Damen und Herren,

bitte nehmen Sie unsere Pressemeldung anlässlich des - 27. Januar: Internationaler Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus - zur Kenntnis

75 Jahre nach der Befreiung von Auschwitz gibt es leider immer noch viel zur tun.

Zum 75. Jahrestag der Befreiung von Auschwitz äußert sich Gjulner Sejdi, Vorsitzender der Vertretung der Roma und Sinti in Sachsen - Romano Sumnal e.V – wie folgt:

75 Jahre nach den Schrecklichen Ereignissen des Nationalsozialismus blicken wir Roma und Sinti zurück auf eine bewegte Zeit: Wir haben viel erreicht und stark und erfolgreich für unsere Gleichberechtigung gekämpft. Besonders im letzten Jahr gab es für uns in Sachsen viele Erfolge: Die Stadt Leipzig hat in einem Antrag beschlossen, sich offen und stark gegen Antiromaismus zu engagieren. Die Regierungskoalition des Freistaates hat unsere Anliegen in ihren Koalitionsvertrag mit aufgenommen.

Dennoch zeigen sich in den letzten Jahren immer stärker Rückschritte in der Gesellschaft. Diskriminierung, Rassismus und Ausgrenzung anderer laufen langsam zur Normalität über. In Sachsen, Deutschland und Europa lassen sich immer mehr menschenfeindliche Taten feststellen und auch der Rassismus gegen Roma und Sinti hat wieder zugenommen.

Deshalb appellieren wir an die Gesellschaft stark zu sein und sich dagegen zu wehren und zu engagieren. Damit Diskriminierung und Rassismus keinen Platz in unserer Mitte finden.

Wir werden heute um 09.30 am Mahnmal für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma den Opfern gedenken.

 

Romano Sumnal -
Verein für Roma-Kulturvermittlung und
politischen, kulturellen und gesellschaftlichen Romaaktivismus

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