Statement rassistische Erfassung durch Bundespolizei

Auf Anfrage der Tageszeitung Taz äußerte sich Amaro Drom-Geschäftsführer Merdjan Jakupov zu den erneuten Vorfällen rassistischer Erfassung von Rom*nja und Sinti*zze durch die Bundespolizei: "Da die massive Diskriminierung und Verfolgung von Rom*nja zum Beispiel in den Westbalkanstaaten in Deutschland nicht als Asylgrund anerkannt wird, gibt es keinen nachvollziehbaren Grund zur Erfassung der Zugehörigkeit zu den Rom*nja oder Sinti*ze durch die Bundespolizei. Die dennoch erfolgte Erfassung kann darum nur als Versuch gewertet werden, Rom*nja und Sinti*ze rassistisch zu stigmatisieren und zu kriminalisieren. Die unrechtmäßige Erfassung von Rom*nja und Sinti*ze durch staatliche Stellen ist kein "fehlerhafter Einzelfall", sondern eine bis heute andauernde Praxis der Kriminalisierung und Verfolgung von Sinti*ze und Rom*nja, die zum Genozid an den europäischen Rom*nja und Sinti*ze während des Nationalsozialismus führte. Wir kritisieren die wiederholte Erfassung der Zugehörigkeit zu den Rom*nja oder Sinti*ze durch die Bundespolizei aufs Schärfste und fordern die Aufklärung und Einstellung dieser Praxis. Die Vorfälle zeigen erneut, wie dringend notwendig  Maßnahmen zur Rassismussensibilisierung in staatlichen Institutionen erfolgen müssen. Wir fordern, dass diese Maßnahmen zum Pflichtbestandteil der Polizeiausbildung in Deutschland werden."

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  • Der Artikel von Dinah Riese mit Hintergrundinfos zu den Vorfällen und dem gekürzten Statement kann hier nachgelesen werden.

  • Ein weiterer ausführlicher Artikel von Thomas Fischer mit vielen Hintergurndinformationen erschien auf Spiegel Online und kann hier nachgelesen werden.

  • Der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma veranstaltete ein Fachgespräch mit Professor Dr. Thomas Fischer, ehemaliger Vorsitzender Richter am BGH „Sinti und Roma und die aktuelle Kriminalitätspolitik“, mehr Infos dazu gibt es hier.

 

 

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