Projektleitung "Dikhen amen!" Anna Friedrich

 

 

 

 

 

 

 

 

Bildnachweis: Nihad Nino Pušija

Anna Friedrich ist 34 Jahre alt und lebt in Berlin. Sie wurde in der Nähe von Berlin geboren und ist dort aufgewachsen. Anna hat Migrationsdings. Ihre Mutter kommt aus der Slowakei. Ihre Eltern haben sich in der ehemaligen Sowjetunion beim Studium kennen gelernt. Anna ist Gadji (das heißt keine Romni). Anna spricht deutsch, englisch, slowakisch/ tschechisch, norwegisch und russisch.

Seit 2010 engagiert sie sich ehrenamtlich bei Amaro Drom. 2015 begann sie als Leiterin des Projektes „Dikhen amen!“ im Verein zu arbeiten.  Anna studierte Westslawistik und Europäische Ethnologie an der Humboldt-Universität Berlin. Neben dem Studium arbeitete sie als politische Geschäftsführerin der Naturfreundejugend Berlin.

Anna bewegt, dass noch immer so viele Menschen in Deutschland rassistisch gegen Rom*nja und Sinti*zze eingestellt sind. Der Genozid an den europäischen Rom*nja und Sinti*zze im Nationalsozialismus wurde nicht aufgearbeitet. Nicht nur im Alltag, auch auf politischer Ebene wird auf Kosten von Rom*nja und Sinti*zze agiert. Verschärfungen im Sozialrecht und Migrationsrecht werden immer wieder durch rassistische Debatten gegen Rom*nja in der Öffentlichkeit legitimiert. Die zunehmend rassistische, antisemitische und völkisch-nationalistische Stimmung in Deutschland verschärft die Situation. Sehr viele eingewanderte Rom*nja haben einen unsicheren Aufenthaltsstatus.

Anna macht es jedoch Mut, dass es viele junge Menschen gibt, die zusammenhalten und sich engagieren. Die vielen klugen und motivierten Leute bei Amaro Drom e.V. sind ein Zeichen dafür, dass es eine Zukunft geben kann, in der Solidarität, Mitgefühl und der Kampf um Menschenrechte die treibende Kraft sind. Aus der praktischen Arbeit hat Anna gelernt, dass das Zusammenbringen antirassistischer, queerer und feministischer Ansätze sehr viel Positives wachsen lässt.

Für die nahe Zukunft wünscht sich Anna ein Bleiberecht für alle Rom*nja in Deutschland. Außerdem gibt sie die Hoffnung nicht auf, dass die solidarischen Leute in der Überzahl sind und dass kollektive Kämpfe am Ende erfolgreich sein werden.