Projektbeschreibung

Vom April 2015 bis Dezember 2019 fand das Projekt “Dikhen amen! Seht uns!" statt.  „Dikhen amen!“ war ein bundesweites Projekt von Amaro Drom e.V. Es wurde in enger Zusammenarbeit mit den Landesverbänden von Amaro Drom e.V. umgesetzt. Das Projekt wirkte bundesweit. Es hatte seine lokalen Schwerpunkte in Berlin, Niedersachsen, Nordrhein-Westphalen und Südwestdeutschland und Sachsen.

Das Hauptziel von „Dikhen amen!“ war die Ausbildung jugendlicher Sinti*zze und Rom*nja zu Workshop-Teamer*innen. Im Rahmen ihrer Ausbildung erlernten die Jugendlichen Methoden zum Empowerment jugendlicher Rom*nja und Sinti*zze und zur Sensibilisierung für Rassismus. Zum Ende der Ausbildung sind die Jugendlichen in der Lage, selbst Workshops durchzuführen. Die Workshops richten sich an junge Menschen in Jugendclubs, in Jugendselbstorganisationen und in Verbänden, sowie in Bildungseinrichtungen.

Die Ausbildung junger Rom*nja und Sinti*zze zu Teamer*innen führt auch dazu, dass sie Vorbilder für andere Jugendliche werden – und das nicht nur für junge Rom*nja und Sinti*zze. Durch das souveräne Auftreten der Teamer*innen werden andere Jugendliche darin ermutigt, sich für ihre persönlichen Interessen und politischen Ziele einzusetzen.
 

Das Team von "Dikhen amen! Seht uns!" (v.l.n.r.):
Anna Friedrich, Éva Ádám, Anita Burchardt

Kontakt

Éva Ádám (pädagogische Leitung)

Anna Friedrich (Projektleitung)

Anita Burchardt (Öffentlichkeitsarbeit)

Tel: 030-616 200 10

Amaro Drom e.V.
Prinzenstr. 84, Aufgang 1 | 10969 Berlin

Ein weiterer zentraler Bestandteil von „Dikhen amen!“ war das Empowerment junger Rom*nja und Sinti*zze. Unser Projekt unterstützte die Stärkung des Selbstbewusstseins, der Selbstorganisation und der gesellschaftlichen Teilhabe der Jugendlichen. „Dikhen amen!“ hatte also die Stärkung junger Sinti*zze und Rom*nja und die Sichtbarmachung ihrer unterschiedlichen Lebensrealitäten zum Ziel. Wir förderten aber auch eine kritische Auseinandersetzung mit Rassismus bei Jugendlichen, die weder Rom*nja noch Sinti*zze sind.

Diese Ziele von „Dikhen amen!“ realisierten wir unter anderem durch regelmäßige, bundesweite Jugendbegegnungen. Den jährlichen Höhepunkt unseres Projektes bildete die Bundesjugendkonferenz, die in verschiedenen Bundesländern stattfand. Drei Tage lang kamen 100 Jugendliche aus ganz Deutschland auf der Bundesjugendkonferenz zusammen.  Dort vernetzten sie sich, bildeten sich gegenseitig weiter und trieben die politische Selbstorganisation voran. In verschiedenen Workshops und einem vielfältigen Abendprogramm erhielten die Themen, welche für die Jugendlichen wichtig sind, ihren Raum. Die Bundesjugendkonferenz ist das größte bundesweite Zusammenkommen junger Rom*nja, Sinti*zze und weiteren Jugendlichen in Deutschland.

Handlungskonzept

Im Mittelpunkt des Projektes standen die Erfahrungen und Lebensrealitäten junger Rom*nja und Sinti*zze. Basierend auf dem Erfahrungswissen der Jugendlichen haben wir neue Methoden für die Jugendbildungsarbeit entwickelt. Viele dieser Methoden fördern das Empowerment junger Rom*nja und Sinti*zze. Andere Methoden ermöglichen es Jugendlichen, Rassismus gegen Rom*nja und Sinti*zze zu erkennen und sich gegen ihn zu positionieren. Zum Ende des Projektes im Dezember 2019 erscheint das Praxishandbuch von "Dikhen amen!". Darin werden die Methoden, welche im Rahmen von „Dikhen amen!“ entwickelt wurden, einer breiten Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt.

Dass das Erfahrungswissen der Jugendlichen die Grundlage unserer Arbeit bildete, hatte Modellcharakter. Denn in den bisherigen Methoden zum Thema sind die Perspektiven junger Rom*nja und Sinti*zze kaum präsent.

Durch die intensive Öffentlichkeitsarbeit im Rahmen des Projektes setzten wir stereotypen Bildern über Rom*nja und Sinti*zze eigene Identitätsentwürfe entgegen. Neben der Sichtbarmachung der unterschiedlichen Lebensrealitäten von Rom*nja und Sinti*zze zielte das Projekt also auch auf eine kritische Auseinandersetzung mit Rassismus in der breiten Öffentlichkeit ab.

Dies wurde zusätzlich durch die Zusammenarbeit mit den Kooperationspartnern des Projekts unterstützt: Dazu gehörten die Rosa-Luxemburg-Stiftung, das IDA-Informations- und Dokumentationszentrum für Antirassismusarbeit e.V., das feministische Archiv „RomaniPhen“, das Netzwerk für Demokratie und Courage im Saarland und die Alte Feuerwache - Jugendbildungsstätte Kaubstraße e.V.


Das Projekt wurde gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Rahmen des Bundesprogramms "Demokratie leben!". Es war eines von insgesamt neun Modellprojekten zum Themenschwerpunkt Rassismus gegen Rom*nja und Sinti*zze. In den Jahren 2015 bis 2019 wurde das Projekt außerdem gefördert durch das Deutsche Kinderhilfswerk, das Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma, die Rosa-Luxemburg-Stiftung, die Amadeu Antonio Stiftung, den Lush Charity Pot, die Bundeszentrale für politische Bildung, das Collegium Novum, den Fonds Soziokultur, die Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“, das Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration des Landes Nordrhein Westfalen, die Heidehof Stiftung, die Berliner Landeszentrale für politische Bildung, die Freudenberg Stiftung sowie mit Hilfe des Lars Day Preises – Zukunft der Erinnerung 2017, der von der Lars Day Stiftung und der W. Michael Blumenthal Akademie des Jüdischen Museums Berlin vergeben wurde.

 

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