Öffentlichkeitsarbeit "Dikhen amen!" Anita Burchardt

Bildnachweis: Nihad Nino Pušija

Anita Burchardt ist 39 Jahre alt, wurde in Ostberlin geboren und ist dort aufgewachsen. Anita ist Gadji* (das heißt kein*e Rom*ni). Anitas Mutter kam in den 70er Jahren von der Insel Rügen in Mecklenburg Vorpommern nach Berlin. Anita studierte Philosophie und Gender Studies an der HU Berlin und arbeitete nebenbei u.a. als Lagerist*in, Kurier*in und studentische Hilfskraft. Vor dem Studium absolvierte Anita eine Ausbildung zur Tierarzthelfer*in und einen Lehrgang für Mediengestaltung. Anita spricht Deutsch, Englisch und Italienisch. Während des Studiums begann Anita sich in verschiedenen diskriminierungskritischen Projekten zu engagieren. Anita arbeitet aus einer queer-feministischen Perspektive. Seit 2015 arbeitet Anita als Referent*in für Öffentlichkeitsarbeit im Projekt “Dikhen amen!”. Anita dokumentiert Veranstaltungen, koordiniert die Pressearbeit und kümmert sich um die Website und Social Media-Plattformen von Amaro Drom.

Bei Amaro Drom engagieren sich viele junge Menschen, die ihre Geschichten und ihre Visionen für eine solidarische Gesellschaft der Vielen in die Öffentlichkeit tragen wollen, um sie dem rassistischen Mainstream entgegenzusetzen und die deutsche Mehrheitsbevölkerung aufzuklären. Anitas Ziel ist es, dazu beizutragen, dass die vielfältigen Lebensrealitäten und die Forderungen junger Rom*nja und Sinti*zze öffentlich wahrgenommen werden.

Rassistische Bilder und Stereotype über Rom*nja und Sinti*zze sind in den deutschen Medien und im Bewusstsein vieler Menschen weitgehend normalisiert. Diese Bilder und Stereotype tragen dazu bei, dass die massive Diskriminierung von Rom*nja und Sinti*zze in Deutschland häufig gar nicht als solche wahrgenommen und bekämpft wird. Durch die zunehmende rassistische Hetze durch Politiker*innen und Neonazis wird die Gewalt gegen Rom*nja und Sinti*zze weiter verschärft. Von der Politik fordert Anita darum endlich ein klares Bekenntnis gegen Rassismus und zur historischen Verantwortung gegenüber Rom*nja und Sinti*zze. Dazu gehört es ein Bleiberecht für eingewanderte Rom*nja zu schaffen und wirksame Maßnahmen gegen Diskriminierung in allen Lebensbereichen umzusetzen – unter Beteiligung von Selbstorganisationen. Kraft schöpft Anita aus dem großen Engagement der Jugendlichen bei Amaro Drom, die sich gegen alle Widerstände, für ihre Rechte einsetzen.