Geschäftsführer Merdjan Jakupov

 

 

 

 

 

 

 

 

Bildnachweis: Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma

Merdjan Jakupov ist 31 Jahre alt und lebt in Berlin. Er wurde in Kratovo, Mazedonien geboren. In Mazedonien studierte er zwei Jahre lang Marketing, musste das Studium jedoch aufgrund finanzieller Probleme abbrechen. 2011 kam Merdjan für einen Freiwilligendienst bei Amaro Drom nach Berlin und engagiert sich seitdem ehrenamtlich für den Verein. Merdjan spricht mehrere Sprachen. Seit 2015 arbeitet er hauptamtlich als Geschäftsführer bei Amaro Drom. Er studiert außerdem Sozialwissenschaften an der Humboldt Universität Berlin.

Für seinen Aufenthalt in Deutschland musste er lange kämpfen. Glücklicherweise ist seine Situation inzwischen gesichert und er wartet auf die deutsche Staatsbürgerschaft. Auch für die Aufnahme des Studiums und die Anerkennung seines Abschlusses musste Merdjan kämpfen. Um das Studium zu beginnen, musste er erst ein zweijähriges Studienkolleg absolvieren.

Merdjan fordert ein Umdenken in der Flüchtlingspolitik: Es braucht ein Verständnis für die Situation, die Menschen zwingt ihre Heimat zu verlassen. Geflüchtete in Deutschland oder anderen EU-Staaten müssen schnelle Unterstützung und einen Aufenthaltsstatus erhalten, um arbeiten oder sich weiter qualifizieren zu können. Menschen brauchen eine Perspektive, Unsicherheit macht krank. Die Freizügigkeit der Menschen ist ein wichtiges Recht. Deshalb sollte sich auch etwas an der Visavergabepraxis ändern. Einwanderer*innen bzw. Rom*nja müssen Informationen über ihre Mitbestimmungsrechte erhalten, so dass sie sich in ihrer neuen Heimat beteiligen können.

Das Empowerment und die Stärkung der Identität junger Rom*nja und die Auseinandersetzung mit dem Genozid an den Rom*nja stehen für Merdjan im Mittelpunkt seiner Arbeit. Von Nicht-Rom*nja erhofft sich Merdjan eine differenzierte Betrachtung der Rom*nja. Je nachdem, woher Rom*nja kommen, welche Ausbildung sie haben, was sie gelernt haben, sind die Probleme unterschiedlich. Es gibt natürlich auch Rom*nja, die gar keine Probleme haben und die sich einfach nur wünschen, als Rom*nja anerkannt und geschätzt zu werden. Im Zusammenhang mit Rom*nja wird leider fast ausschließlich negativ berichtet. Hier ist ein Wandel in der Sichtweise vieler Medien erforderlich. Auch die positiven Dinge müssen es in die Zeitung schaffen.