Dikhen Amen

Bundesjugendkonferenz 2016

Shukar Avilen amari Amaalenza,

Vom 30.9. bis 3.10.2016 findet die Bundesjugendkonferenz von Amaro Drom und Terno Drom in Nideggen-Schmidt bei Köln statt. Das diesjährige Motto unserer BJK lautet „Fremd im eigenen Land?“. Vielleicht sollten wir es kreativ umbenennen in „Bunt im eigenen Land“ als Motto der Bunten Jugendkonferenz. Denn faktisch sind wir nicht alle gleich. Rrom*ja sind eine transkulturelle Community, die durch unterschiedliche Dialekte, aus unterschiedlichen Ländern kommend, verschiedene Traditionen und Werte lebend, auffallend ist. Warum also etwas, das schon immer durchmischt ist, das Siegel „Fremd“ einprägen?

Bei all der Diversität verbindet uns doch alle eines und das ist die Kontinuität der Ausgrenzung, der Ressentiments und des Rassismus auf allen gesellschaftlichen Ebenen. Diese Ausgrenzung beginnt im 15. Jahrhundert und trägt sich fort in das Jahr 2016, wenn Jugendliche von uns abgeschoben werden. Sie werden zu Flüchtlingen im Land ihrer Eltern und Großeltern. So sind sie unfreiwillig zu Fremden gemacht.

Wir wollen die BJK 2016 mit euch gemeinsam nutzen, um uns gegenseitig zu stärken, unsere Vielfalt zu feiern und uns daran zu erinnern, wieviel Power wir haben und was uns immer wieder weiter kämpfen lässt, trotz der widrigen Umstände. Daher werden wir uns in den vielfältigen Workshops mit unseren Geschichten, mit den Mechanismen von Rassismus, reproduktiver Gesundheit, mit Kunst, den Medien, Frauen und Männerthemen beschäftigen. Mit dem wichtigsten Ziel sich zu empowern. Also lasst uns feiern.

Opre Rroma!

 

Ort und Anfahrt

Die Bundesjugendkonferenz findet in Nideggen-Schmidt in der St. Nikolaus Jugendstätte Rursee statt. Der Ort Nideggen-Schmidt liegt am Rande des Naturparks Eiffel, ca. 70 km südwestlich von Köln.

Mehr Informationen zur Unterkunft und Anfahrt findet ihr hier: http://www.nikolaus-rursee.de/

 

Programm (vorläufig)

 

Freitag 30.9.2016

10.00-15.00    Aufbau

ab 16.00         Anreise

18.30-19.30    Abendessen

21.00              Begrüßung & Kennenlernspiele

Begrüßung: Gabriela Bot & Denisz Petrovity (Vorstand Amaro Drom), Ismeta Stojkovic (Vorstand Terno Drom), Anna Friedrich (Dikhen Amen)

Kennenlernspiele: Melanie Weiß & José Fernández (Dikhen Amen)

 

Samstag 1.10.2016

8.00-9.00        Frühstück

9.00                Auftaktplenum: Begrüßung, Infos zur Organisation und zu Fotos und Videos auf der BJK

10.00-13.00    Workshop-Phase 1

13.00-15.00    Mittagspause

14.00-15.00    Presse-Interviews

15.00-18.00    Workshop-Phase 2

18.30-19.30    Abendessen

ab 18.30         Presse-Interviews

20.00              World Café & Podiumsdiskussion zum Thema: Was sind eure Lebensgeschichten?

Referent*innen: Hajrija Tahiri, Gabriela Bot, Sibel Mercan, Riccardo Sahiti

Moderation: Leon Berisa & Angela Selimovic

21.30             Party

 

Sonntag 2.10.2016

8.00-9.00        Frühstück

10.00-13.00    Workshop-Phase 3

13.00-15.00    Mittagspause  

14.00-15.00    Presse-Interviews

15.00-18.00    Workshop-Phase 4

18.30-19.30    Abendessen

ab 18.30         Presse-Interviews

20.00              Open Stage/ Bandabend

Moderation:  Leon Berisa & Angela Selimovic

Band: Denisz Petrovity & Jugendliche aus Freiburg

 

Montag 3.10.2016

8.00-9.00        Frühstück

10.00-12.30    Abschlusspräsentation der Workshops

 Moderation: Gabriela Bot & Ismeta Stojkovic

10.00-15.00    Filmdreh und Presse-Interviews (Film des BMFSFJ & Presse)

12.30              Gruppenfoto mit allen Teilnehmenden

13.00-15.00    Mittagsessen

ab 15.00         Abreise         

 

Workshops

Romnja*-Empowerment-Workshop: „Ich bin anders, du bist anders, wir sind alle gleich!“

Teamer*innen: Fatima Hartman & Isabelle Michollek                                   

Theater-Tanz-Workshop

Teamer*innen: Melanie Weiß & Safet Mistele

„Männersachen“ – Das Selbstverständnis von Männern in der Roma-Community

Teamer*innen: Gianni Jovanović (Queer Roma) & Nino Novakovic (Roma-Jugend Initiative Northeim)

Medien- und Argumentationstraining: Wie gehe ich mit der Presse um? Wie verhalte ich mich vor einer Kamera?

Teamer*innen: Perjan Wirges (Terno Drom) & Silas Kropf

Was ist eigentlich Rassismus gegen Rom*nja und Sinti*ze?

Teamer*innen: Violeta Balog (Amaro Foro) & Georgi Ivanov (Amaro Foro)

Empowerment: „Fremd im eigenen Land?“

Teamer*innen: Hajdi Barz & Slaviša Marković

Verhütung und Sexualität (aus medizinischer Perspektive)

Teamer*innen: Denisz Petrovity (Amaro Drom) & Sevdije Demir (Roma-Jugend Initiative Northeim)

       

Downloads Anmeldungen für Teilnehmer*innen unter 18 Jahren

Anmeldung minderjährige Teilnehmende

Bildrechte Film BMFSFJ   

     

Aktuelle Informationen zur Bundesjugendkonferenz findet ihr auch auf

Facebook https://www.facebook.com/dikhenamen?ref=hl/ & Twitter https://twitter.com/amarodrom_ev

Download Presseeinladung

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Dikh Angle! - Nach vorne schauen!

 

 

 

Vom 31. Juli bis 3. August 2016 fand im Rahmen des Amaro Drom-Projektes „Dikhen amen! Seht uns!“ zum zweiten Mal die Veranstaltung „Dikh angle! Nach vorne schauen!“ statt. Anlass der Veranstaltung ist der Gedenktag 2. August, an dem den Opfern des Pharrajmos, dem Genozid an den Sinti*ze und Rom*nja während des Nationalsozialismus, gedacht wird.

Aus mehreren Bundesländern reisten junge Rom*nja und Sinti*ze nach Berlin, um sich im Rahmen eines Workshops, eines Ausstellungsbesuches und einer Filmvorführung mit der Geschichte der Verfolgung und des Massenmords an den Sinti*ze und Rom*nja auseinanderzusetzen und um gemeinsam zu diskutieren und einander zu stärken im Umgang mit der Geschichte und ihren Folgen.

Die Gedenkveranstaltung „Mare Manuschenge – Unseren Menschen“ am Mahnmal für die ermordeten Sinti und Roma Europas hat die jungen Teilnehmer*innen sehr bewegt. Die Rede des Auschwitz-Überlebenden Leon ‚Henry’ Schwarzbaum, der den 2. August 1944 in Auschwitz-Birkenau miterlebt hat und von den Schreien der Kinder berichtete, die bis zum Morgengrauen andauerten, haben ihn ins Herz getroffen, antwortete ein Teilnehmer auf die Frage was er mitnehme von den Tagen in Berlin.

 

Nach vorne schauen!

Neben der Beschäftigung mit dem Pharrajmos soll die Veranstaltung den Jugendlichen die Gelegenheit geben, sich mit anderen jungen Sinti*ze und Rom*nja über den Umgang mit diesem Teil ihrer Geschichte auszutauschen. Die Bewältigung der Folgen und Kontinuitäten der Diskriminierung von Rom*nja und Sinti*ze nach 1945 und bis heute spielt dabei eine wichtige Rolle. Damals wie heute bildet der Rassismus gegen Sinti*ze und Rom*nja die Grundlage für ihre Stigmatisierung, Marginalisierung und ihren sozialen Ausschluss in Deutschland und fast allen europäischen Staaten.

Zudem sind viele der Jugendlichen nicht nur Urenkelkinder und Enkelkinder von Überlebenden des Pharrajmos, sondern auch Kinder von Menschen, die vor den Balkankriegen in den 90er Jahren oder vor deren Folgen nach Deutschland fliehen mussten.

Die Angst vor der Abschiebung in vermeintlich „sichere Herkunftsländer“, in denen insbesondere Rom*nja Armut und massive Diskriminierung droht, war ein wiederkehrendes Thema in den Diskussionen.

Ebenso wie das Gefühl der Ungerechtigkeit, dass die Nachfahren der Überlebenden heute noch immer gegen strukturellen Rassismus und für den Erhalt ihrer hart erarbeiteten Lebensperspektiven in Deutschland kämpfen müssen. Es herrscht Unverständnis darüber, dass all das Leid, scheinbar nichts verändert hat: „Warum bekommen wir keinen Aufenthalt? Wie können sie uns das antun, nach allem was geschehen ist?“ fragte eine Teilnehmerin.

„Geschichte wiederholt sich. Wir müssen uns damit beschäftigen, denn nur so können wir daraus lernen um zu verhindern, dass es wieder passiert!“ sagte ein Teilnehmer. Dem stimmten die meisten zu. Nicht alle der Jugendlichen haben diesbezüglich eine Wahl, denn für einige von ihnen ist eine Kontinuität der Verfolgungsgeschichte, die systematische Ausgrenzung von Rom*nja, bereits Realität.

Trotz des schweren Themas waren die gemeinsamen Tage in Berlin für die Teilnehmer*innen aber auch ein Ort um Jugendliche aus anderen Städten und Regionen kennenzulernen, Spaß zu haben und gemeinsam Berlin zu erkunden. Mehr über die Geschichte des eigenen Volkes zu lernen habe sie traurig gemacht, aber es gäbe ihr auch Kraft, schrieb eine Teilnehmerin in der Feedback-Runde der Veranstaltung.

 

Gedenktag 2. August

Der 2. August ist der Gedenktag für den Pharrajmos - den Massenmord an den Rom*nja und Sinti*ze im Nationalsozialismus. Nachdem alle als arbeitsfähig eingestuften Sinti*ze und Rom*nja zur Zwangsarbeit nach Deutschland deportiert wurden, wurden in der Nacht vom 2. auf den 3. August 1944 fast 3000 Rom*nja und Sinti*ze im Konzentrationslager Auschwitz ermordet. Dies traf vor allem Kinder, alte Menschen, kranke Menschen und Frauen. Jedes Jahr finden deshalb Gedenkveranstaltungen an diesem Tag statt.

 

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Projektziele

Im April 2015 startete das Projekt “Dikhen amen! Seht uns! - Empowerment und Sensibilisierung für Antiziganismus aus Sicht junger Roma und Sinti”. “Dikhen amen! Seht uns!” ist ein bundesweites Projekt von Amaro Drom e.V. und wird in enger Zusammenarbeit mit den Gliederungen Ternengo Drom e Romengo e.V., Terno Drom e.V. und dem Roma Büro Freiburg e.V. realisiert.

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Mitarbeiter_innen

 

 

 

Anna Friedrich
Projektleitung
Email

Melanie Weiß
Pädagogische Leitung
Email

Anita Burchardt
Öffentlichkeitsarbeit & Logistik
Email

José Fernández
Freiwilliger
Email

 

Postanschrift:
Amaro Drom e.V.
Prinzenstraße 84 Aufgang 1
10969 Berlin

 

Tel:  +49(0)30 61620010
Mobil: +49(0)157 59577304
Fax:   +49(0)30 69001960


www.facebook.com/dikhenamen
www.twitter.com/amarodrom_ev

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Atschass thai Gjiass - virtueller Comic

Damit hätte niemand gerechnet:

Der Bundestag lädt den Jugendverband Rromanistan zu einem Gespräch ein, über das Bleiberecht junger Rroma und ihrer Familien. Sie wollen, dass alle Roma bleiben.

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