Dikh Angle! - Nach vorne schauen!

Junge Roma und Sinti reisten zum Gedenktag 2. August nach Berlin

Im Rahmen des Projektes „Dikhen amen! Seht uns!“ reisten junge Roma und Sinti vom 31. Juli bis zum 2. August 2015 aus ganz Deutschland nach Berlin, um sich mit der Verfolgung und Ermordung von Sinti und Roma im Nationalsozialismus auseinanderzusetzen und um an den verschiedenen Gedenkveranstaltungen zum 2. August teilzunehmen.

Am Sonnabend den 1. August nahmen die Jugendlichen an einem Stadtrundgang zum Thema „Verfolgung und Ermordung von Sinti und Roma im Nationalsozialismus“ teil, der vom Rroma Informations Centrum organisiert wird und von Jugendlichen durchgeführt wird. Am 2. August besuchten sie die Ausstellung „Transmitting Trauma“ in der Galerie Kai Dikhas und die Gedenkveranstaltung „Phagedo Dschi – Zerrissenes Herz“ am Denkmal für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma Europas.

Neben den Veranstaltungsbesuchen haben sich die Jugendlichen in mehreren Workshops intensiver mit der Verfolgungsgeschichte der Roma und Sinti und mit heutigen Diskriminierungserfahrungen auseinandergesetzt. Die Jugendlichen reflektierten ihre eigene Familiengeschichte und stellten Verbindungen zu ihrer Lebenswirklichkeit her. Die Mehrheit von ihnen teilt die Geschichte des Völkermords und heutige Diskriminierungserfahrungen. Damals wie heute bildet der Rassismus gegen Roma und Sinti die Grundlage für ihre Stigmatisierung, Marginalisierung und ihren sozialen Ausschluss in Deutschland und fast allen europäischen Staaten. Die Auseinandersetzung mit der gemeinsamen Geschichte und das Gefühl der Verbundenheit mit anderen Jugendlichen soll die Jugendlichen stärken und ihnen dabei helfen nach vorne zu schauen.

Gedenktag 2. August

Der 2. August ist der Gedenktag für den Porrajmos - den Massenmord an den Roma und Sinti im Nationalsozialismus. Nachdem alle als arbeitsfähig eingestuften Sinti und Roma zur Zwangsarbeit nach Deutschland deportiert wurden, wurden in der Nacht vom 2. auf den 3. August 1944 fast 3000 Sinti und Roma im Konzentrationslager Auschwitz ermordet. Dies traf vor allem Kinder, alte Menschen, kranke Menschen und Frauen. Jedes Jahr finden deshalb viele verschiedene Gedenkveranstaltungen an diesem Tag statt.

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